Was wurde zu Zeiten unserer Großeltern getragen? Was war damals „cool“ und wofür standen die Leute nicht nur vor Tuzex Schlange? Wie war die Zeit der so genannten 1960er bis 1980er Jahre in Bezug auf Mode und Lebensstil aus der Sicht der einfachen Bürger der damaligen Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik? Hatten wir überhaupt etwas zum Anziehen, oder wurden wir durch die Strick- und Häkelarbeiten unserer Großmütter gerettet? Objektiv, ohne schwarz oder rosa zu malen, beleuchtet eine einzigartige Publikation des beliebten Prager Verlags Grada die damalige Zeit aus der Feder einer nicht nur Insider-Autorin - der Moderedakteurin, Kolumnistin und Schriftstellerin Michaela Zindelová.

Ein einzigartiger Blick zurück

Wie auf dem Umschlag zu lesen ist, richtet sich das mit diesen Zeilen vorgestellte Erzählbuch voller einzigartiger Fotografien an alle, die Lust haben, zurückzuschauen. Wir fügen hinzu - Weltwunder - vielleicht sogar inspiriert werden (!). Die Publikation steht im Spannungsfeld von Mode, Lifestyle und Kultur der Zeit. Dabei geht es nicht nur um die Veränderungen in der Damen- und Herrenbekleidung, sondern auch um Make-up, Accessoires und die Art und Weise, wie das Leben damals gelebt wurde und wie die politische Situation der Zeit Mode und Lebensstil beeinflusste. Neben der Autorin, der Journalistin Michaela Zindel, werden verschiedene Aspekte der damaligen gesellschaftlichen und gestalterischen Plattform in einzigartigen Interviews ausgewählter Persönlichkeiten, die ihre originelle berufliche Meinung zu den 1930er Jahren abgegeben haben, dem Leser nahe gebracht. Die Kapitel sind nicht nur durch ihre Aussagen, sondern auch durch kleine Informationskästen mit Definitionen von Institutionen, neuen Produkten und interessanten Phänomenen unterteilt.

Mode und Lebensstil der 1960er bis 1980er Jahre

Die enzyklopädische Publikation hat zweihundertdreißig Seiten, sechs Kapitel und eine erstaunliche Anzahl von zeitgenössischen Fotografien und gelungenen Illustrationen von Lucie Loosová. Es ist nicht nur ein Zeitdokument, eine Quelle der Aufklärung, sondern auch ein außergewöhnliches Studienmaterial. In ihrer Einleitung schildert die Autorin Zindelová dem Leser die Umstände, die zur Entstehung dieses Buches führten, und fügt ein Medaillon der berühmten Modejournalistin Vera Hrubá (geb. 1929, gest. 2004) hinzu, die sie stark beeinflusste und sie sozusagen zu ihrer eigenen lebenslangen Arbeit als Modejournalistin katapultierte.

Und hier sind wir beim ersten Kapitel mit dem Titel Das Phänomen der Hauskleidung, gefolgt von Mode der Straße, Wie wir lebten und dann Make-up nicht nur über Make-up. Das Buch schließt mit dem Kapitel Marke: Idol, Ikone und endet mit On Fashion Heritage. Wie bereits oben angedeutet, gibt es Interviews mit ausgewählten Persönlichkeiten. Es sind (in der Reihenfolge der Kapitel) Dagmar Březinová, Josef Ťapťuch, Zdeňka Bauerová, Marta Pospíchalová, Jana Jobová Drastíková und am Ende das Paar Marie Ubrová + Drahomíra Březinová. Was für ein Name, was für ein wichtiges Konzept in seinem Bereich. Bohumila Broumová sorgte für die hervorragende grafische Gestaltung der Publikation.

Lebenslauf

Dr. Michaela Zindelová (1950), Journalistin und Schriftstellerin, hat an der Karlsuniversität studiert. Sie arbeitete in mehreren Redaktionen von Zeitschriften im Bereich Kultur und Mode, darunter die legendäre Vlasta. Eine Zeit lang war sie auch Pressesprecherin der DNV (Direktorin Jiřina Jirásková) und Leiterin der Abteilung für Außenbeziehungen im Rektorat der Karlsuniversität. Im Jahr 2007 gründete sie zusammen mit ihrer Tochter Barbara die Firma Artforma s.r.o. Sie ist seit langem freiberuflich tätig und hat bereits mehr als zwanzig Bücher veröffentlicht. Sie konzentriert sich hauptsächlich auf Monografien (Hana Zagorová, Chantan Poullain, Blanka Matragi oder Dagmar Pecková). Im Jahr 2020 schrieb sie zusammen mit ihrer Tochter Barbara das belletristische Buch Tak daleko, tak blíz. Die Publikation Such Were We... wurde zwei Jahre später veröffentlicht. Lesen Sie mehr: www.grada.cz

Ivan Cerny