PRAG – Der Gesetzesentwurf über die öffentlich-rechtlichen Medien soll am 25. Mai vom Koalitionsrat behandelt werden. Nachfolgend soll das Dokument innerhalb der Koalition abgestimmt und anschließend in der Regierung diskutiert werden. Dies gab der Ministerpräsident Andrej Babiš in einem am Sonntag auf sozialen Medien veröffentlichten Video bekannt. Teil der Vorbereitungen soll auch eine öffentliche Debatte mit den Generaldirektoren des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks über die geplanten Änderungen sein. Laut dem Ministerpräsidenten ist das Ziel des vorbereiteten Gesetzes die Modernisierung des Funktionierens der öffentlich-rechtlichen Medien sowie die Festlegung klarerer Regeln für deren Wirtschaftlichkeit und Kontrolle. „Wir möchten eine fachliche und öffentliche Diskussion darüber eröffnen, wie öffentlich-rechtliche Medien im digitalen Zeitalter funktionieren sollen“, sagte Babiš im Video. Die genauen Inhalte des Gesetzesentwurfs hat die Regierung bisher nicht veröffentlicht.
Laut dem Ministerpräsidenten sollen die Generaldirektoren des Tschechischen Fernsehens und des Tschechischen Rundfunks an einer öffentlichen Debatte teilnehmen, die die Hauptziele der geplanten Gesetzgebung näherbringen soll. Der Termin für die Diskussion wurde bisher nicht bekannt gegeben. Die Regierung erwartet laut Babiš, dass der Gesetzesentwurf eine breitere fachliche Debatte nicht nur unter Politikern, sondern auch unter Medienexperten und der Öffentlichkeit anregen wird. Die Verabschiedung des neuen Gesetzes könnte eine der bedeutendsten Veränderungen im Bereich des Funktionierens der öffentlich-rechtlichen Medien der letzten Jahre bedeuten. Über den weiteren Ablauf entscheidet das Kabinett nach der Sitzung des Koalitionsrats, das anschließend einen Zeitplan für die Behandlung des Gesetzesentwurfs im Parlament festlegen wird.Die Diskussion über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien findet seit langem in der Tschechischen Republik statt. Themen sind vor allem die Art der Finanzierung, der Umfang der öffentlichen Aufgabe oder die Zusammensetzung der Kontrollgremien. In den letzten Monaten gab es auch Debatten über mögliche Änderungen der Fernseh- und Rundfunkgebühren oder eine größere Transparenz der Wirtschaftlichkeit der Institutionen. Die Opposition hat bisher zurückhaltend auf die Ankündigung reagiert. Einige Oppositionspolitiker weisen darauf hin, dass Änderungen im Bereich der öffentlich-rechtlichen Medien nur mit breiter politischer Einigkeit erfolgen dürfen und die Unabhängigkeit der Redaktionen nicht gefährden dürfen. Ihrer Meinung nach ist es wichtig, die konkrete Ausgestaltung des Gesetzesentwurfs und die Art der Auswahl der Mitglieder der Medienräte genau zu beobachten.
gnews.cz - GH
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