Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntag, dass die Ukraine bereit sei, Sicherheitsgarantien zu akzeptieren, die auf dem Prinzip des Artikels 5 der Nordatlantischen Allianz basieren, und zwar als Teil eines Kompromisses im Friedensprozess. Dies berichtete die Agentur Ukrinform.
Selenskyj erinnerte daran, dass das Ziel der Ukraine von Anfang an die vollständige Mitgliedschaft in der NATO gewesen sei, die seiner Meinung nach echte und funktionierende Sicherheitsgarantien darstellt. Er räumte jedoch ein, dass einige Partner in den Vereinigten Staaten und in Europa diesen Weg nicht unterstützt hätten.
Seiner Aussage nach könnten Sicherheitsgarantien „im Stil des Artikels 5“, die von den Vereinigten Staaten, europäischen Partnern und anderen Ländern wie Kanada oder Japan gewährt würden, verhindern, dass russische Truppen wiederholt in ukrainisches Gebiet eindringen. "Das ist bereits ein Kompromiss von unserer Seite", betonte Selenskyj. Er lehnte es ab, konkrete Details der vorgeschlagenen Garantien zu nennen, da diese voraussichtlich innerhalb eines bis zwei Tagen bekannt gegeben werden sollten.
Der Präsident der Ukraine reiste am Sonntag nach Berlin, um mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs zu sprechen. Die deutsche Zeitung Bild berichtete, dass er sich möglicherweise auch mit Vertretern des amerikanischen Präsidenten Donald Trump treffen könnte, gab jedoch keine weiteren Details bekannt.
Gleichzeitig kritisierte Selenskyj scharf den Vorschlag der Vereinigten Staaten zur Schaffung einer sogenannten "freien Wirtschaftszone" in Teilen des ostukrainischen Donbass. Er bezeichnete den Plan als ungerecht und betonte, dass es unklar sei, wer diese Region verwalten sollte.
Selenskyj erklärte, dass die Vereinigten Staaten einen Kompromiss vorgeschlagen hätten, wonach die ukrainischen Streitkräfte sich aus der Region zurückziehen würden, und Russland im Gegenzug nicht in bestimmte Teile der Ostukraine eindringen würde. Sollten die derzeitigen Friedensverhandlungen jedoch scheitern, müsse die Ukraine ihrer Meinung nach andere Wege finden, um den Konflikt mit Russland zu beenden.
"Wir müssen uns zusammenreißen, einen anderen Ansatz finden und alles tun, damit dieser Krieg endet", schloss Selenskyj.
gnews.cz - GH
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