Die Öllieferungen in die Slowakei über die Druschba-Pipeline sind nach mehr als drei Monaten wieder aufgenommen worden. Nach Angaben von Reuters begann der Ölfluss in das Land am Donnerstag kurz nach 2.00 Uhr morgens und beendete damit eine schwere Energiekrise, von der die gesamte mitteleuropäische Region betroffen war.
Die Versorgungsunterbrechung erfolgte am 27. Januar 2026, nachdem ein wichtiger Abschnitt der Pipeline auf ukrainischem Gebiet beschädigt worden war. Die ukrainischen Behörden stoppten daraufhin den Transit, um Reparaturen an der Infrastruktur zu ermöglichen. Der Ausfall betraf vor allem die Slowakei und Ungarn, die weiterhin stark von russischen Öllieferungen über Druschba abhängig sind.
Die Slowakei reagierte, indem sie eine Energiekrise ausrief und nach alternativen Lösungen suchte. Die Raffinerie Slovnaft war gezwungen, teilweise auf alternative Lieferungen zurückzugreifen, zum Beispiel über die Adria-Pipeline, griff aber gleichzeitig auch auf strategische Reserven zurück. Die Situation zeigte einmal mehr die starke Abhängigkeit des Landes von einem Transitkorridor, so Reuters.
Die Wiederaufnahme des Betriebs der Pipeline war nicht nur eine technische Frage, sondern auch eine wichtige politische Frage. Sowohl die Slowakei als auch Ungarn haben die Ukraine wiederholt für das langsame Tempo der Reparaturen kritisiert und auf eine schnellstmögliche Wiederinbetriebnahme gedrängt. Bratislava hat sogar damit gedroht, neue Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland zu blockieren, wenn der Transit nicht wieder aufgenommen wird (AP berichtete).
Die Spannungen spiegelten sich auch auf europäischer Ebene wider. Die Ölknappheit war einer der Faktoren, die die Verhandlungen über Finanzhilfen für die Ukraine erschwerten. In diesem Zusammenhang blockierte Ungarn die Genehmigung eines großen Darlehenspakets der Europäischen Union, bis die Versorgungsfrage geklärt war.
Die Druschba-Pipeline, eine der größten Pipelines der Welt, ist auch nach mehr als drei Jahren Krieg in der Ukraine eine der wichtigsten Arterien für russische Öllieferungen in Teile Europas. Obwohl die Europäische Union bestrebt ist, ihre Abhängigkeit von russischen Energiequellen zu verringern, verfügen einige Länder, darunter die Slowakei, noch nicht über eine vollwertige Alternative, so Reuters.
Die jüngste Wiederaufnahme der Lieferungen hat die unmittelbare Situation zwar beruhigt, doch warnen Experten, dass die Stabilität des Transits weiterhin ungewiss ist. Nach Angaben des Guardian ist die Energieinfrastruktur nach wie vor durch weitere Angriffe gefährdet, die in Zukunft zu neuen Ausfällen führen könnten.
gnews.cz - GH
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