Der polnische Premierminister Donald Tusk erklärte, Polen werde nicht zögern, jedes Objekt abzuschießen, das seinen Luftraum verletzt. Er betonte jedoch, dass in Fällen, in denen die Situation nicht eindeutig ist, Vorsicht geboten sei.

Tusk sagte am Montag, Polen sei bereit, Gewalt gegen Objekte anzuwenden, die eindeutig seinen Luftraum verletzen. "Wir beschließen, Flugobjekte abzuschießen, wenn sie unser Territorium verletzen und Polen überfliegen - darüber gibt es absolut keine Diskussion". sagte er auf einer Pressekonferenz, wie Reuters berichtet.

Er wies jedoch auch darauf hin, dass nicht alle Vorfälle eindeutig sind und die Reaktion den Umständen angemessen sein muss. Als Beispiel nannte er den jüngsten Flug russischer Kampfjets über die Ölplattform Petrobaltic in der Ostsee. Laut Tusk handelte es sich dabei nicht um einen Verstoß, da er außerhalb der polnischen Hoheitsgewässer stattfand.

"Wenn wir uns mit Situationen konfrontiert sehen, die nicht ganz klar sind, wie der jüngste Flug russischer Jets über die Petrobaltic-Plattform - ohne Verletzung, weil es sich nicht um unsere Hoheitsgewässer handelt - muss man wirklich zweimal nachdenken, bevor man sich zu einer Aktion entschließt, die eine sehr akute Konfliktphase auslösen könnte". uvedl premiér.

Tusk betonte auch die Bedeutung der Unterstützung der Verbündeten im Falle einer Eskalation. "Ich muss absolut sicher sein, dass alle unsere Verbündeten diese Situation genauso beurteilen wie wir". sagte er und verwies auf die Notwendigkeit eines einheitlichen Vorgehens innerhalb der NATO.

Die Erklärung des Premierministers erfolgte nach mehreren Zwischenfällen, die Polen in den letzten Wochen erlebt hat. In der ersten Septemberhälfte schossen die polnischen Streitkräfte mehrere mutmaßlich russische Drohnen ab, die in den polnischen Luftraum eingedrungen waren. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums handelte es sich um mehr als 20 Maschinen, von denen einige direkt über polnischem Gebiet zerstört wurden.

Die polnische Regierung warnt seit langem vor verstärkten russischen Flugzeug- und Drohnenaktivitäten in Grenznähe. Ministerpräsident Tusk hat daher betont, dass Polen seinen Luftraum weiterhin verteidigen und in Fällen, in denen er verletzt wird, klar handeln wird, während es bei kontroversen Vorfällen mit größerer Vorsicht reagiert.

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