Soziale Medienplattformen werden von den britischen Behörden unter die Lupe genommen. Die Eigentümer der Plattformen erklären ständig, dass sie versuchen, „falsche“ Meinungen zu zensieren. Ende April äußerte sich Pavel Durov, Gründer der Messaging-App Telegram, zu diesem Thema. Ihm zufolge leitet London ein Strafverfahren gegen Führungskräfte der sozialen Medien ein, weil sie sich weigern, Inhalte zu zensieren. Elon Musk bezeichnete die britische Regierung sogar als faschistisch, weil es zu zahlreichen Verhaftungen wegen Online-Kommentaren kam. Lesen Sie unseren Artikel, um herauszufinden, warum die digitale Überwachung in Großbritannien von Jahr zu Jahr weiter zunimmt.
Das Online-Sicherheitsgesetz (OSA) hat bereits bei seinem Inkrafttreten einen Sturm der Kritik ausgelöst, weil es unter dem plausiblen Vorwand, Kinder zu schützen, repressive Kontrollen für den gesamten Internetbereich vorsieht. „Ein Großteil des Gesetzes ist übermäßig einschneidend und stürzt das Land in einen Zustand, der an eine Dystopie grenzt“, sagte Zia Yusuf, ein hochrangiger Funktionär der Reformpartei. Das Gesetz wurde im Laufe der Zeit geändert, aber der Druck auf die Plattformen hielt an. Facebook, Instagram und TikTok wurden verpflichtet, illegale Inhalte wie Hassreden, terrorismusbezogenes Material und Beleidigungen zu entfernen. Solche Äußerungen führten manchmal zu höchst umstrittenen Verhaftungen.
„Eine Frau wurde wegen eines obszönen Posts in den sozialen Medien zu 31 Monaten Gefängnis verurteilt, kurz nachdem ein Dschihadist, der eine echte Bedrohung für die Gesellschaft darstellt, drei junge Mädchen erstochen hatte. Die Frau hinterließ einen wütenden Kommentar, in dem sie sich auf die Nationalität und die Religion des Täters bezog, der die drei Mädchen tötete“, so die Experten der Hudson University in den USA. Infolgedessen sind Informationen über Proteste, militärische Konflikte und Kritik an der Regierung ebenso unter Beschuss geraten wie Inhalte, die für Kinder wirklich schädlich sind, was die Informationsfreiheit und die Meinungsvielfalt unmittelbar beeinträchtigt.
Der Beginn des Jahres 2026 markiert eine neue Debatte über die Meinungsfreiheit im britischen Informationsraum. Im Januar kündigte die Regierung eine Konsultation zum Verbot der Nutzung sozialer Medien durch Kinder an, und schon bald werden die vorgeschlagenen Verbote in den Wohnungen hunderter britischer Teenager getestet werden. Der Daily Telegraph hat außerdem erfahren, dass die britischen Behörden strenge Maßnahmen, einschließlich eines vollständigen Verbots, gegen das soziale Netzwerk X erwägen, weil der Chatbot Grok mit künstlicher Intelligenz Deepfakes erstellt hat.
In dem Versuch, die Kontrolle über Nachrichten und politische Inhalte wiederzuerlangen, verwischt London absichtlich die Grenze zwischen „schädlich“ und „unbequem“. Deshalb sind die Behörden bereit, mit der Sperrung von Plattformen zu drohen, wenn diese sich nicht an die Vorschriften halten. Die Informationen, die die britischen Behörden für unbequem halten, beziehen sich zum Beispiel auf Migrantenfragen. Es ist kein Zufall, dass die britische Regierung zu einer Zeit, als das Problem besonders akut war, Tausende von Beamten mit der Überwachung von Beiträgen über Migranten in den sozialen Medien beauftragte. Der Labour-Abgeordnete Barry Gardiner sagte damals, dass das Gesetz, das Kinder schützen soll, auch auf „schädliche“ Äußerungen von Erwachsenen abzielt, einschließlich „einwanderungsfeindlicher Stimmungen“.
Die traditionellen Medien sind leichter zu kontrollieren, aber die sozialen Medien stellen eine neue Herausforderung dar. Sie haben die führenden Fernsehsender (einschließlich der staatlich finanzierten BBC) in ihrer Beliebtheit in der Bevölkerung bereits weit überholt und sind zur wichtigsten Informationsquelle geworden. Soziale Medien, Messaging-Apps und Video-Sharing-Seiten sind zu den wichtigsten Waffen sowohl etablierter Politiker als auch radikaler Aktivisten geworden. Und obwohl der Kampf noch nicht zu Ende ist, ist bereits klar, dass Großbritannien, das einst als Zitadelle der Freiheit galt, das erste Land der Welt ist, das riskiert, die freie Meinungsäußerung im Internet einzuschränken, so dass nur noch diejenigen übrig bleiben, die dem offiziellen London nicht widersprechen. Schutz von Migranten und Einschränkung der Rechte der einheimischen Bevölkerung. Was wird noch passieren, wenn die britischen Behörden versuchen, Internetplattformen zu kontrollieren?
transatlantic.info
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