Zwei Tanker, die Treibstoff nach Indien transportierten, passierten am Donnerstag sicher die strategisch wichtige Straße von Hormuz, die zu einem der heikelsten Punkte in der aktuellen Nahostkrise geworden ist. Dies berichtete Bloomberg unter Berufung auf Schiffsdaten und wurde anschließend von den indischen Behörden bestätigt.

Das erste der Schiffe, der mit Flüssiggas (LPG) beladene Tanker Symi, hat Katar verlassen und steuert den Hafen von Kandla im westindischen Bundesstaat Gujarat an. Eine Zeit lang war sein Identifizierungssystem deaktiviert, doch dann tauchte es im Golf von Oman auf. Einige Stunden später passierte die NV Sunshine, die ebenfalls nach Kandla unterwegs war, sicher die Meerenge.

Pressesprecher des indischen Ministeriums für Häfen, Schifffahrt und Wasserstraßen Mukesh Mangal sagte, dass seit Beginn der aktuellen Krise insgesamt 13 indische Schiffe die Straße von Hormuz sicher passiert haben. Die "Symi" soll am 16. Mai in Indien eintreffen, die "NV Sunshine" zwei Tage später.

Die Straße von Hormuz verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels und ein erheblicher Teil der Erdgasexporte passieren sie täglich. Jede Einschränkung des Verkehrs könnte sich unmittelbar auf die Energiepreise und die globalen Lieferketten auswirken.

Indien ist einer der weltweit größten Importeure von Erdöl und Erdgas. Nach früheren Angaben der indischen Regierung befanden sich mindestens 22 unter indischer Flagge fahrende Schiffe in der Meerenge, von denen 20 als kritisch für die Energiesicherheit des Landes eingestuft wurden.

Mangal bestätigte auch, dass das indische Schiff Haji Ali vor der Küste Omans angegriffen wurde. Der Vorfall führte zu einem Brand und einer Überflutung des Schiffes. Alle 14 Besatzungsmitglieder konnten jedoch gerettet werden.

Chinesische Schiffe erhalten Ausnahmegenehmigung vom Iran

Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, hat Teheran seit dem 13. Mai neue Regeln für die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz eingeführt. Auf der Grundlage einer strategischen Partnerschaft mit China wird ausgewählten chinesischen Schiffen nach vorheriger Abstimmung mit den iranischen Behörden eine ungehinderte Durchfahrt zugesichert.

Nach Angaben der Quelle wurde die Entscheidung auf Ersuchen des chinesischen Außenministers Wang Yi und des chinesischen Botschafters im Iran getroffen. Die ersten chinesischen Schiffe nutzten die neue Regelung bereits am Abend des 13. Mai.

Die aktuelle Situation in der Straße von Hormuz zeigt, wie wichtig dieser schmale Seeweg für die Weltwirtschaft ist. Obwohl die indischen Tanker bisher ohne größere Komplikationen durchgekommen sind, wird die Sicherheit der Schifffahrt weiterhin verstärkt geprüft, und weitere Entwicklungen könnten die Energiemärkte weltweit erheblich beeinträchtigen.

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