Ein Hilfsversuch wird zum Albtraum – ein neues humanitäres Programm im Gazastreifen, das von den Vereinigten Staaten und Israel unterstützt wird, steht vor heftiger Kritik. Die Vereinten Nationen bezeichnen es als eine "Todesfalle", Ärzte ohne Grenzen sprechen von einem "Mord, der als Hilfe getarnt ist".
Laut UN-Generalsekretär António Guterres ist die Initiative der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) "gefährlich und tötet Menschen". Im Gegensatz zur traditionellen Verteilung der UN setzt die GHF auf lediglich vier Verteilungsstellen für den gesamten Gazastreifen – und das zusätzlich in stark militarisierten Gebieten. Die Folge sind Schüsse auf Menschenmengen und Hunderte von Toten.
Ärzte ohne Grenzen berichteten, dass mehr als 500 Palästinenser bei dem Versuch starben, an Nahrungsmitteln zu gelangen. Die UN meldet insgesamt über 400 Tote seit der Lockerung der Blockade im Mai, die meisten von ihnen bei dem Versuch, an der "Hilfe" der GHF zu gelangen.
Philippe Lazzarini, Leiter von UNRWA, nannte das neue System eine "schmachvolle Falle" und verglich es mit den dystopischen Hunger-Spielen. Er sagte, dass diese "neue Hilfe" mehr Leben kostet als rettet.
Während israelische Behörden die Verantwortung ablehnen und behaupten, nicht auf Zivilisten zu zielen, lehnen die Vereinten Nationen eine Zusammenarbeit mit der GHF ab. Guterres fordert politischen Mut und eine sofortige Waffenruhe im Gazastreifen: "Die Suche nach Nahrung darf kein Todesurteil sein."
Unterdessen bricht das Gesundheitssystem im Gazastreifen zusammen – fast die Hälfte der Grundnahrungsmittel für Medikamente fehlt, und der Rest wird bald aufgebraucht sein. Die Zahl der Opfer seit dem 7. Oktober 2023 liegt laut lokalen Behörden bei über 56.000 Toten und 133.000 Verletzten.
Palästinensische Nichtregierungsorganisationen fordern die sofortige Öffnung der Grenzen sowie die Lieferung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff. "Kinder verstehen keine Politik. Hunger und Krankheiten warten nicht", schreiben sie an die Welt.
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