Bei einem groß angelegten nächtlichen russischen Angriff auf Kiew und seine Umgebung kamen mindestens 15 Menschen ums Leben, weitere 22 wurden verletzt. Das teilte die Kiewer Militärverwaltung unter Berufung auf die aktuell von den ukrainischen Behörden veröffentlichte Bilanz mit. Der Angriff traf mehrere Gebiete rund um die ukrainische Hauptstadt und verursachte erhebliche Schäden an der zivilen Infrastruktur.
Die tragischste Situation wurde aus dem Bezirk Browary gemeldet, wo nach Angaben der Behörden neun Menschen ums Leben kamen. Weitere Todesopfer forderte der Angriff auch in der Stadt Butscha und im Bezirk Fastiv. Laut dem Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, starben in Butscha vier Menschen, während im Bezirk Fastiv eine Person ums Leben kam. Im Umland der Hauptstadt wurden zudem mindestens 21 Personen verletzt.
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, dass einer der russischen Einschläge ein Lager in der Nähe des Stadtzentrums getroffen habe. Die Rettungskräfte setzten die Bergungsarbeiten vor Ort fort und konnten zwei Menschen befreien. Die ursprünglichen Meldungen über einen Brand in einem zwanzigstöckigen Wohngebäude im Kiewer Stadtteil Obolon hätten sich laut dem Bürgermeister nicht bestätigt. Die ukrainischen Behörden bewerten weiterhin das Ausmaß der Schäden und suchen nach möglichen weiteren Opfern. Die Rettungskräfte sind gleichzeitig an mehreren Orten im Einsatz, und die Lage kann sich mit weiteren eingehenden Informationen noch verändern.
Gleichzeitig mit dem Angriff auf die Ukraine meldeten russische Behörden die Folgen eines ukrainischen Drohnenangriffs auf russisches Territorium. Laut dem Gouverneur der Oblast Tula, Dmitri Miljajew, traf eine ukrainische Drohne ein Lager des Internethändlers Wildberries. Nach dem Einschlag brach ein Feuer aus, das Feuerwehreinheiten in Atem hielt. Informationen über mögliche Opfer oder das Ausmaß der Sachschäden veröffentlichten die russischen Behörden zunächst nicht.
Die nächtlichen Angriffe auf beiden Seiten der Front bestätigen die anhaltende Intensität des Konflikts, der bereits seit mehreren Jahren andauert. Während die Ukraine regelmäßig großangelegten Raketen- und Drohnenangriffen auf ihre Städte ausgesetzt ist, meldet Russland in den vergangenen Monaten immer häufiger Treffer durch ukrainische Drohnen tief in seinem Territorium. Die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten des Konflikts ist weiterhin Sicherheitsrisiken ausgesetzt, während die Rettungskräfte mit der Beseitigung der Folgen der jüngsten Angriffe fortfahren.
TASS / gnews.cz