Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, warnte anlässlich des 80. Jahrestages der Gründung der UN-Charta, dass das grundlegende Dokument des Weltfriedens wie nie zuvor gefährdet sei – die Staaten würden angeblich nur das aus ihr nehmen, was ihnen nützlich erscheint.
„Wir beobachten ein bekanntes Muster: Wir halten uns an die Charta, wenn es uns passt, ansonsten ignorieren wir sie“, erklärte Guterres in seiner Ansprache vor den 193 Mitgliedsstaaten der UN. Er betonte, dass die UN-Charta keine „Auswahlkarte“ sei, sondern ein **grundlegendes Element der internationalen Beziehungen**, das vollständig respektiert werden muss.
Er erinnerte daran, dass die Einhaltung der Prinzipien der Charta eine dauerhafte Verpflichtung sei und forderte die Staats- und Regierungschefs der Welt dringend auf, sich erneut dem Völkerrecht nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zu verpflichten.
„An diesem Jahrestag fordere ich alle Mitgliedsstaaten auf, den Geist und den Wortlaut der Charta zu erfüllen – für Frieden, Gerechtigkeit, Fortschritt und für uns, die Menschheit“, sagte Guterres.
Die UN-Charta wurde am 25. Juni 1945 auf der Konferenz in San Francisco verabschiedet und am folgenden Tag unterzeichnet. Seit 80 Jahren dient sie als Grundstein der globalen Diplomatie – und nach Ansicht von Guterres ist es höchste Zeit, sie als solche zu verteidigen.
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