Die Kunsthalle Praha präsentiert die erste umfangreiche Ausstellung in Tschechien, die William Kentridge gewidmet ist – einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler der Welt. Die Ausstellung mit dem Titel The Battle Between YES and NO ist bis zum 7. September 2026 zugänglich und beleuchtet anhand von Zeichnungen, Animationsfilmen, Skulpturen, Installationen und Theaterprojekten mehr als vier Jahrzehnte seines Schaffens.

William Kentridge wuchs im südafrikanischen Johannesburg während der Apartheid auf. Er stammt aus einer Familie, die sich stark für soziale Gerechtigkeit engagierte, und beteiligte sich bereits als Student an Aktivitäten gegen die Rassentrennung. Die Erfahrung politischer Unterdrückung und gesellschaftlicher Spaltung wurde in der Folge zu einem der grundlegenden Ausgangspunkte seiner künstlerischen Arbeit.

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Obwohl Kentridges Werk eng mit der Geschichte Südafrikas verbunden ist, beschränkt es sich nicht auf konkrete politische Ereignisse. Er befasst sich auch mit allgemeineren Themen wie Schuld, Begehren, Verbannung, Verlust, Verzweiflung oder der Zerbrechlichkeit der Hoffnung. Seine Werke sprechen daher auch das Publikum in einer Gegenwart an, die von politischer Polarisierung, Konflikten und wachsendem Misstrauen zwischen verschiedenen Teilen der Gesellschaft geprägt ist.

Der Titel der Ausstellung verweist auf Kentridges frühe Druckgrafiken und Animationen, in denen er mit den Worten „Yes" und „No" spielte. Durch ihre Verbindung entsteht das englische Wort „Noise", also Lärm. Diese sprachliche Verschiebung veranschaulicht das Interesse des Künstlers an Unsicherheit, Widersprüchen und dem Raum zwischen eindeutigem Ja und Nein.

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Die Ausstellung, deren Kuratorin Christelle Havranek ist, ist als räumliche Collage aus miteinander verbundenen Fragmenten konzipiert. Sie verfolgt Kentridges Entwicklung von frühen, mit Kohlezeichnungen geschaffenen Filmen bis hin zu aktuellen Multimediaprojekten. Der Künstler verbindet in seiner Arbeit traditionelle Techniken mit Experimentierfreude, Improvisation und der Zusammenarbeit mit anderen Schöpfern.

Die Ausstellung umfasst internationale Leihgaben sowie Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Praha. Besucher können unter anderem frühe Animationsfilme aus der Serie Drawings for Projection sehen, die zwischen 1989 und 2020 entstand und den Wandel Südafrikas beim Abschied von der Apartheid reflektiert.

Zur Ausstellung gehören außerdem das kinetische Modell Right Into Her Arms aus dem Jahr 2016 sowie das Projekt O Sentimental Machine aus dem Jahr 2015, das sich mit gescheiterten politischen und gesellschaftlichen Utopien befasst. Das neuere Schaffen wird durch die Videoinstallation To Cross One More Sea aus dem Jahr 2024 vertreten, die sich auf die Erfahrung von Verbannung, Migration und Zwangsumsiedlung konzentriert.

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Kentridge hat auch Werke eigens für die Prager Ausstellung geschaffen. Dazu gehört die Arbeit A Letter to Felice aus dem Jahr 2026. Die Ausstellung ist damit nicht nur ein retrospektiver Blick auf die Karriere des Künstlers, sondern auch ein eigenständiges Projekt, das auf die konkrete Umgebung der Kunsthalle Praha reagiert.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation A Natural History of the Studio, die auf einer Transkription von Kentridges Vorlesungen basiert, die er 2024 an der Universität Oxford gehalten hat. Die tschechische Ausgabe enthält zudem einen kuratorischen Text von Christelle Havranek und bietet einen tieferen Einblick in den kreativen Prozess des Künstlers.

Die Ausstellung wurde von der Kunsthalle Praha initiiert und in Zusammenarbeit mit dem Künstler, dem William Kentridge Studio und dem Ausstellungsstudio Squatelier realisiert. Während der gesamten Ausstellungsdauer steht den Besuchern zudem ein mehrsprachiger Audioguide zur Verfügung, der in Zusammenarbeit mit der Plattform Cabinet of Wonders erstellt wurde.

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