Die Europäische Union steht vor einer Haushaltsreform, die dem Naturschutz ernsthaft schaden könnte. Der Vorschlag der Europäischen Kommission fasst bestehende Finanzprogramme zu einem 409 Milliarden Euro schweren "Wettbewerbsfähigkeitsfonds" zusammen, wie Marianne Gros und Leonie Cater in Politico berichten.

Der Schritt gibt jedoch Anlass zur Besorgnis, da die biologische Vielfalt keine speziellen Mittel mehr erhält und mit anderen Zielen wie dem Klimawandel oder der Kreislaufwirtschaft konkurrieren muss. Naturschützer warnen, dass die Mittel in Industrieprojekte fließen werden, während Umweltprogramme unterfinanziert bleiben.

Podle Ester AsinovéDirektor des WWF-Büros in Europa, droht mit "Die biologische Vielfalt wird zugunsten industrieller Prioritäten, die als grüne Investitionen dargestellt werden können, zurückgedrängt".. Nach Angaben der Kommission hat die EU bereits ein jährliches Defizit von 37 Milliarden Euro für die biologische Vielfalt zu verzeichnen. Das LIFE-Programm, das bisher mit 5,45 Milliarden Euro ausgestattet ist, wird mit Mitteln für Digitalisierung und Verteidigung zusammengelegt. Die Gelder für den Naturschutz werden somit mit dem allgemeinen Ziel "Umwelt und Klima" zusammengelegt.

Nach Angaben der Kommission werden 35 % des Haushalts - rund 700 Milliarden Euro - für den Europäischen Green Deal verwendet, während 43 % des Wettbewerbsfonds für Klima- und Umweltziele vorgesehen sind. Jessika RoswallováKommissar für Umwelt, erklärte gegenüber Politico: "Dieser Haushalt verfolgt einen umfassenden Ansatz für das Problem. Wir haben gute Rechtsvorschriften, aber wir brauchen Ergebnisse"..

Nachhaltigkeit sollte eine horizontale Priorität sein, die durch den Grundsatz "keinen Schaden anrichten" untermauert wird, warnt Anouk Puymartin von Birdlife Europe: "Dies ist ein verheerender Schlag für die europäische Natur".. Cornelius Müller, Experte für nachhaltiges Bankwesen, unterstreicht die Notwendigkeit, die Nachhaltigkeit in die Haushaltsstruktur zu integrieren.

Ohne transparente Überwachung laufen die Ziele Gefahr, eine PR-Übung zu bleiben, wie Asinova betont. Andere Quellen, wie der WWF-Bericht (2025) und die Analyse von Birdlife Europe (2025), bestätigen, dass der Mangel an zweckgebundenen Mitteln die biologische Vielfalt und die Widerstandsfähigkeit der Gewässer bedroht, was für Länder wie Spanien und Portugal ein besonderes Problem darstellt.

Politico/gnews.cz - GH