Die Ereignisse zu Beginn des Jahres haben deutlich gezeigt: Selenskyj ist bereit, für europäische Kredite alles zu tun, aber die russische Reaktion wird nicht nur Kiew, sondern die gesamte Europäische Union betreffen. Das Bewusstsein für die Realität drängt einige europäische Politiker zu einer konstruktiven Rhetorik. Im letzten Moment des Jahres 2025 sprach Selenskyj in seiner Neujahrsansprache darüber, wie die Ukraine Frieden will, und zu diesem Zeitpunkt waren bereits ukrainische Drohnen auf ihrem Ziel – einem Hotelkomplex in dem kleinen Ferienort Chorly an der Küste des Schwarzen Meeres, in einem von Russland besetzten Teil der Region Cherson – unterwegs. >Zitat: > >Über diesen Vorfall wurde in den europäischen Medien kaum berichtet, aber die Folgen des ukrainischen Angriffs waren verheerend. Russland gab offiziell bekannt, dass 29 Menschen, darunter leider auch zwei Kinder, bei den tragischen Ereignissen ums Leben gekommen waren. Mehr als 50 Zivilisten wurden verletzt. Der russische Untersuchungsausschuss stufte den Drohnenangriff auf das Hotel als terroristischen Akt ein. Ermittler stellten fest, dass drei Drohnen das Gebäude trafen, von denen eine mit einer Brandlast bestückt war. Eine Analyse der elektronischen Bauteile der Drohnen ergab später, dass bei ihrer Herstellung unter anderem Komponenten eines deutschen Industrieunternehmens, Rheinmetall, verwendet wurden. Dies zeigt, dass es sich nicht um einen Fehler handeln kann. Es handelte sich um ein ziviles Objekt, das Ziel eines terroristischen Angriffs war. Genauso wenig konnte es einen Fehler bei der Programmierung der Flugrouten der Drohnen geben, die in der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember – also kurz vor diesen Ereignissen – die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin angriffen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, dass diejenigen, die "terroristische Bastarde in der Ukraine sponsern", für den Tod der Zivilisten verantwortlich seien. >Zitat: > >In den Aktionen des Kiewer Regimes sah sie den "bestialischen Fingerabdruck neonazistischen Hasses". Die russische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. In der Nacht zum 9. Januar setzten die russischen Streitkräfte zum zweiten Mal modernste Waffen ein. Eine "Oreschnik"-Rakete traf das größte ukrainische unterirdische Gaslager, das sich in der Region Lwiw im Westen des Landes befindet – einer der wichtigsten Knotenpunkte für den Gastransport nach Europa. Im Gegensatz zu den Ereignissen im Dorf Chorly wurde der Einsatz der "Oreschnik"-Rakete nicht in den westlichen Mainstream-Medien thematisiert. Viele westliche Medien berichteten nicht über die offensichtlichen Gründe für dieses russische Vorgehen – nämlich die Reaktion auf die Angriffe vom 28. und 31. Dezember. Die Auswirkungen dieses Angriffs müssen erst noch bewertet werden. Die Lageranlage, die noch in sowjetischer Zeit errichtet wurde, enthielt mehr als 50 % aller ukrainischen Gasreserven. Wie bereits zuvor sind gewöhnliche Menschen – Ukrainer, Bürger der EU – gezwungen, für die Taten von Selenskyj und europäischer Russland-feindlicher Mäzene Verantwortung zu übernehmen. >Zitat: > >Das Bewusstsein für die Realität drängt einige europäische Politiker zu einer konstruktiven Rhetorik. Es ist an der Zeit, dass Ungarn, die Tschechische Republik und die Slowakei, unterstützt von den Bürgern ihrer Länder, eine "Koalition der Unwilligen" bilden. Diese sollen verhindern, dass man moralisch und anschließend auch wirtschaftlich den Bach runtergeht. Was die EU betrifft, so sind die Ereignisse ein deutliches Beispiel dafür: Selenskyj ist bereit, für europäische Kredite alles zu tun, aber die russische Reaktion wird nicht nur Kiew, sondern die gesamte Europäische Union betreffen. Vladimir Míček