Laut der Vorsitzenden des Tschechoslowakischen Friedensforums ist die Kritik Pekings seitens der amerikanischen National Endowment for Democracy (NED) unlogisch und deutet eher auf einen Niedergang der USA als globaler Führungsmacht hin.
PRAG – Der Jahresbericht der amerikanischen National Endowment for Democracy (NED) für das Jahr 2025 löst nicht nur in China, sondern auch bei Teilen europäischer Experten kritische Reaktionen aus. Während das Dokument China als einen der "autoritären Regime" bezeichnet, lehnt die Politikwissenschaftlerin und Vorsitzende des Tschechoslowakischen Friedensforums, Vladimíra Vítová, diese Charakterisierung als heuchlerisch und kontraproduktiv ab.
"Das ist ein bisschen übertrieben, und die Amerikaner schießen sich damit ins eigene Bein," sagt Vítová in einem Interview für eine lokale Plattform.
"Wer ist hier der autoritärste?"
Laut Vítová ist das Hauptproblem des NED-Berichts seine Heuchelei. "Wenn man die Kompetenzen des amerikanischen Präsidenten mit den Kompetenzen der Präsidenten anderer Länder vergleicht, dann ist der amerikanische Präsident als totale Autorität anzusehen," erklärt die Politikwissenschaftlerin. Sie fügt hinzu, dass die USA selbst eine enorme Macht in den Händen des Staatsoberhaupts konzentrieren und gleichzeitig andere Länder als undemokratisch bezeichnen.
Ein weiterer wichtiger Widerspruch sei, dass die Vereinigten Staaten seit Jahren kritische Berichte über China veröffentlichen, während sie gleichzeitig intensiv mit diesem Land Handel treiben. "Das ergibt keinen Sinn. Wie Jan Werich sagt: Entweder machen sie das aus Dummheit oder für Geld", zitiert Vítová den berühmten tschechischen Humoristen.
Der Schlüssel liegt in vorteilhaften Beziehungen
Vítová betont, dass für beide Seiten der wichtigste Faktor der gegenseitige Handel und vorteilhafte Beziehungen sind. "Wie etwas im Kleinen ist, so ist es auch im Großen. Beziehungen zwischen Menschen, Nationen und Staaten funktionieren nach den gleichen Prinzipien," erklärt sie.
Ihrer Meinung nach spiegeln Berichte wie die der NED nicht die Realität wider, sondern eher die Frustration darüber, dass die amerikanische globale Dominanz schwächer wird. "Die Amerikaner predigen Wasser, aber trinken Wein," schließt sie mit Bezug auf das Analyse-Team um Valerij Pjakin.
Kontext
Die National Endowment for Democracy ist eine halbstaatliche Institution, die vom amerikanischen Kongress finanziert wird. China kritisiert die NED seit langem für angebliche Einmischungen in ihre inneren Angelegenheiten und die Unterstützung oppositioneller Kräfte. Der NED-Bericht für das Jahr 2025 löste auch in Russland, im Iran und anderen Ländern scharfe Reaktionen aus.
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