Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš betonte auf dem strategischen Forum von Bled die Bedeutung Mittel-Europas und insbesondere der Visegrád-Gruppe für die weitere Entwicklung der Europäischen Union. Während seines Besuchs in Slowenien sprach er sich auch gegen eine Situation aus, bei der Mitgliedstaaten im nächsten langfristigen EU-Haushalt einen deutlich geringeren Teil des europäischen Geldes direkt verwalten würden.

Babiš nahm am Montag, dem 31. August, in Bled (Slowenien) an einem Gipfeltreffen mit den Ministerpräsidenten von Slowenien, Kroatien und Ungarn teil. Eines der Hauptthemen war die Zukunft Europas, ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Rolle der mittel-europäischen Länder.

Babiš: Die Zusammenarbeit in der V4 wird wiederbelebt

Der tschechische Ministerpräsident betonte während der Debatte, dass gerade Mittel-Europa seiner Meinung nach die weitere Entwicklung der Europäischen Union maßgeblich beeinflussen kann.

„Mittel-Europa und insbesondere die V4 sind für die Zukunft Europas von entscheidender Bedeutung. Die Zusammenarbeit wird jetzt wiederbelebt“, sagte Babiš. Er erinnerte auch an das geplante Treffen der Visegrád-Gruppe mit dem irischen Ministerpräsidenten, das am 10. September stattfinden soll.

Laut Babiš ist es wichtig, weitere Partner zu finden, mit denen die Länder der Region gemeinsam ihre Vorstellungen von der weiteren Funktionsweise der Union vertreten können. Derzeit bewertete der tschechische Ministerpräsident den Zustand Europas kritisch und sagte, dass der Kontinent sich „nicht in bester Verfassung“ befinde.

Streit um Gelder aus dem europäischen Haushalt

Ein weiterer Schwerpunkt von Babiš' Rede war der zukünftige mehrjährige Haushaltsplan der Europäischen Union. Der tschechische Ministerpräsident lehnte die Möglichkeit ab, dass ein größerer Teil des Geldes in Programme und Instrumente fließt, die direkt von der Europäischen Kommission verwaltet werden, auf Kosten der Mittel, die von den einzelnen Mitgliedstaaten verwaltet werden.

Laut Angaben, die vom Ministerpräsidenten präsentiert wurden, verwalten die Mitgliedstaaten im aktuellen Haushaltszeitraum 2021 bis 2027 etwa 64 Prozent des Budgets. Im nächsten Zeitraum könnte dieser Anteil laut Vorschlag der Kommission auf unter 45 Prozent sinken.

„Es ist für uns nicht akzeptabel, dass die Mitgliedstaaten weniger Mittel zur Verfügung haben“, erklärte Babiš.

Er sagte, dass eine solche Änderung insbesondere für die Länder Mittel-Europas problematisch sein könnte, da es für sie schwieriger wäre, sich in zentral gesteuerten europäischen Programmen zu engagieren und daraus finanzielle Mittel zu erhalten.

Gespräche mit Slowenien auch über die Erweiterung der EU

Im Rahmen des strategischen Forums von Bled traf sich Andrej Babiš mit dem slowenischen Ministerpräsidenten Janez Janša. Er sprach auch mit der europäischen Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos. Thema ihrer Gespräche war die weitere Ausweitung der Europäischen Union, insbesondere in Richtung der Länder des Westbalkans.

Während der Konferenz traf sich der tschechische Ministerpräsident auch mit dem Geschäftsführer von Bayer Vital, Christian Lauterbach.

gnews.cz - vah