BRATISLAVA – Der slowakische Präsident Peter Pellegrini hat das 82. Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstands (SNP) begangen, der am 29. August 1944 ausbrach. In seiner Rede betonte er die Wertschätzung für die Menschen, die sich während des Aufstands dem Nazi-Regime und seinen Verbündeten entgegenstellten, und forderte die slowakische Gesellschaft auf, die Bedeutung des SNP auch heute nicht zu vergessen.
Pellegrini erklärte, dass er das Jubiläum vor allem mit einem Gefühl der Dankbarkeit und des Stolzes betrachte. Ihm nach sei diese Dankbarkeit allen Männern und Frauen geschuldet, die im Kampf für Freiheit und Vaterland ihr Leben riskierten. „Ich empfinde vor allem Dankbarkeit und Stolz“, sagte der Präsident. Dieser Stolz gelte auch den Menschen, die in entscheidenden Momenten mutig gegen das Böse kämpften und sich für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit einsetzten.
Das Slowakische Nationalaufstand sollte seiner Meinung nach nicht nur ein historisches Ereignis sein, an das sich die Slowakei einmal jährlich bei Gedenkveranstaltungen erinnert. Seine Bedeutung sei eine lebendige Tradition, die auch für die heutige Gesellschaft wichtig sein könne. Eine der Hauptbotschaften des SNP sei laut dem slowakischen Präsidenten die Fähigkeit von Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, sich zu vereinen, wenn es um grundlegende Werte und die Zukunft des Landes geht.
„Es zeigt uns, dass sich auch Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenschließen können, wenn es um ein höheres Ziel und das Wohl des eigenen Landes geht“, sagte Pellegrini. Der Präsident betonte gleichzeitig, dass die Verbundenheit mit der Slowakei nicht mit der Unterstützung einer bestimmten Regierung oder politischen Partei gleichzusetzen sei. Die Loyalität gegenüber dem Vaterland bedeute vor allem Respekt für seine Geschichte und Verantwortung für seine Zukunft.
Seine Worte fielen in eine Zeit, in der die slowakische Gesellschaft mit erheblichen politischen und gesellschaftlichen Konflikten konfrontiert ist. Pellegrini wies auf die zunehmende Spaltung der Gesellschaft und die Atmosphäre im öffentlichen Raum hin, in der seiner Meinung nach oft Streit, Hass und gegenseitige Beschuldigungen vorherrschen. Gerade in dieser Situation halte er das Erbe des SNP für besonders wichtig. „Die Slowakei braucht keine weiteren Konflikte. Sie braucht die Fähigkeit, sich dort zusammenzuschließen, wo es um ihre Zukunft geht“, sagte der Präsident.
Der Slowakische Nationalaufstand brach am 29. August 1944 als bewaffneter Aufstand gegen das Nazi-Deutschland und das Regime der Slowakischen Republik unter Josef Tiso aus. Die aufständischen Kräfte konzentrierten sich hauptsächlich im zentralen Teil der Slowakei, und ihr Ziel war es, die Slowakei in den antifaschistischen Kampf einzubeziehen und den Vormarsch der Roten Armee und anderer verbündeter Streitkräfte zu unterstützen.
Der Aufstand wurde nach einigen Monaten militärisch niedergeschlagen, seine Bedeutung blieb jedoch Teil der modernen slowakischen Geschichte. An den Kämpfen beteiligten sich nicht nur slowakische Soldaten und Partisanen, sondern auch ausländische Teilnehmer. Pellegrini lehnte in seiner Botschaft die Vorstellung ab, dass das SNP lediglich ein Gegenstand einmaliger Festlichkeiten sein sollte. Es müsse sein Erbe geschützt und an zukünftige Generationen weitergegeben werden.
Der Präsident forderte daher die Bürger auf, stolz auf die Slowakei, ihre Geschichte und die Menschen zu sein, die für die Freiheit gekämpft haben. „Wir dürfen nicht zulassen, dass das SNP nur ein Ausstellungsstück für einen Tag wird“, appellierte Pellegrini. Das Jubiläum des SNP sei somit nicht nur eine Erinnerung an ein bestimmtes historisches Ereignis im Jahr 1944. Es solle auch eine Mahnung sein, welche Verantwortung die heutige Generation für die Gesellschaft trägt, die sie zukünftigen Generationen hinterlässt.
Zum Abschluss seiner Botschaft brachte Pellegrini seine Ehre und seinen Respekt allen Helden des Slowakischen Nationalaufstands zum Ausdruck und betonte die Bedeutung ihres Erbes für die Slowakische Republik.
gnews.cz - Geoffrey Hunt