SOFIE/BRÜSSEL - Die Europäische Kommission hat in ihrem Konvergenzbericht vom 4. Juni bestätigt, dass Bulgarien alle notwendigen Kriterien für die Einführung der europäischen Einheitswährung erfüllt. Wenn der Prozess von den anderen EU-Institutionen gebilligt wird, wird Bulgarien am 1. Januar 2026 zum Euro übergehen. Dem Bericht zufolge hat das Land das erforderliche Maß an Preisstabilität erreicht, verfügt über eine tragfähige Staatsverschuldung, einen stabilen Wechselkurs und Zinssätze, die den Anforderungen entsprechen.

Während Brüssel die Entscheidung begrüßt, hat die Ankündigung in Bulgarien selbst starke Emotionen ausgelöst. Tausende von Demonstranten gingen am Wochenende auf die Straße und äußerten sich besorgt über die wirtschaftlichen Auswirkungen und den Verlust der nationalen Identität. Kritiker sagen, die Einführung des Euro könnte zu steigenden Preisen und einer größeren Abhängigkeit von den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank führen. Oppositionspolitiker warnen auch vor einer mangelnden Vorbereitung der nationalen Institutionen und dem Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber der politischen Elite.

Die bulgarische Regierung hingegen betrachtet die Einführung des Euro als einen strategischen Schritt zur Stabilisierung der Wirtschaft und zur tieferen Integration in die Eurozone. Der Premierminister erklärte, der Euro werde den internationalen Handel erleichtern, Investitionen anziehen und die Glaubwürdigkeit des Landes auf den Finanzmärkten erhöhen.

Bulgarien wird bereits 2020 dem Wechselkursmechanismus WKM II beitreten und mit der Einführung des Euro das 20. Mitglied des Euroraums werden - zu einer Zeit, in der einige Länder in einem turbulenten geopolitischen Umfeld über die Zukunft der Währung diskutieren. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die politische Führung Bulgariens in der Lage sein wird, den innenpolitischen Widerstand zu überwinden und den Euro tatsächlich einzuführen.

gnews.cz -GH