Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš sprach auf der informellen Tagung des Europäischen Rates in Nikosia mit einer scharfen Warnung vor den Auswirkungen der derzeitigen EU-Energiepolitik. In seiner Rede betonte er, dass die hohen Energiepreise kein vorübergehendes Problem mehr seien, sondern zu einer strukturellen Bedrohung für die europäische Wirtschaft würden.
„Wir müssen offen zugeben, dass die Energiepreise in der Europäischen Union langfristig über denen unserer Hauptkonkurrenten liegen“, sagte Babiš. Ihm zufolge handelt es sich dabei nicht mehr nur um kurzfristige Schwankungen, sondern um einen Faktor, der die Entscheidungen der Investoren grundlegend beeinflusst. „Heute ist es der Energiepreis, der über den Standort von Investitionen und die Zukunft der Industrie entscheidet“.“ dodal.
Der Premierminister wies auch auf die wachsende Bedeutung der Energiesicherheit hin, insbesondere im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten. „Energiesicherheit ist kein Randthema, sondern einer der Grundpfeiler der wirtschaftlichen Stabilität und des sozialen Zusammenhalts in Europa“.“ řekl.
In seinem Vortrag arbeitete er mit konkreten Daten. Ihm zufolge verbraucht die Europäische Union jährlich rund 330 Milliarden Kubikmeter Gas, während ihre eigene Produktion nur zehn Prozent davon abdeckt. „Wir importieren etwa 90 Prozent unseres Gases, und zwei Länder - Norwegen und die Vereinigten Staaten - machen jetzt etwa 60 Prozent unserer Importe aus.“ připomněl.
Kritisch äußerte er sich zu der geplanten Regulierung der Methanemissionen. „Ohne Übergangsmaßnahmen könnten bis zu 43 % der derzeitigen Gaseinfuhren in die EU gefährdet sein“, warnte er und fügte hinzu, dies sei vergleichbar mit dem Ausfall der russischen Lieferungen nach 2022. Ihm zufolge wirkt sich diese Unsicherheit bereits jetzt auf Preise und Investitionen aus.
Babiš verwies auch auf den aktuellen Vorschlag der Europäischen Kommission. „Dieses Paket bringt keine europäischen Lösungen. Es erlaubt den Mitgliedstaaten lediglich, mehr aus ihren eigenen Haushalten zu subventionieren“.“ sagte er. Er warnte davor, dass ein solcher Ansatz zu einer Marktfragmentierung und ungleichen Wettbewerbsbedingungen führen würde.
Einen großen Teil seiner Rede widmete er dem System der Emissionszertifikate. „Das ETS ist zu einer der Hauptursachen für die hohen Strompreise geworden“.“ sagte er und forderte eine Änderung der Richtlinie. Er schlug zum Beispiel vor, die Benchmarks einzufrieren oder die Industrie im Gegenzug für Dekarbonisierungsverpflichtungen stärker zu unterstützen.
Schließlich betonte der Premierminister die Notwendigkeit einer raschen Reaktion. „Wenn wir eine wettbewerbsfähige Industrie und erschwingliche Energie erhalten wollen, müssen wir schnell, koordiniert und mit wirtschaftlichem Realismus handeln.“ uzavřel.
gnews.cz - GH
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