Die Ukraine hat laut dem britischen Fernsehsender Sky News ein Netzwerk geheimer unterirdischer Fabriken aufgebaut, in denen Drohnen hergestellt werden, die auch für Langstreckenoperationen bestimmt sind. Reporter Stuart Ramsay besuchte einen dieser Betriebe, den genauen Standort hat der Sender jedoch aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht.
Die Aufnahmen aus dem Bericht zeigten die Produktionsräume sowie die neu fertiggestellte Drohne FP1. Nach Angaben des Senders werden im gesamten Netzwerk täglich mehr als zweihundert unbemannte Fluggeräte hergestellt. Die unterirdische Lage soll die Produktion vor Angriffen schützen und ihren Fortbetrieb auch dann ermöglichen, wenn Industrie- und Logistikobjekte einem erhöhten Treffrisiko ausgesetzt sind.
Der Ausbau der heimischen Drohnenproduktion ist für die Ukraine bedeutsam, da unbemannte Systeme im Krieg eine immer wichtigere Rolle spielen. Sie dienen der Aufklärung, der Zielführung, dem Gütertransport sowie Angriffen auf weit entfernte Ziele. Das dezentralisierte Netzwerk verringert zugleich die Abhängigkeit von einem einzigen Produktionsstandort, dessen Ausfall das gesamte Programm erheblich verlangsamen könnte.
Das Modell FP1 selbst beschrieb der Sender als Gerät mit großer Reichweite, weitere technische Parameter wurden jedoch nicht veröffentlicht. Aus dem Bericht geht auch nicht hervor, wie viele einzelne Fabriken das Netzwerk umfasst, wer sie betreibt oder ob die genannte Tageskapazität die normale Leistung oder lediglich die maximale Produktionskapazität unter außergewöhnlichen Betriebsbedingungen und dem Druck der anhaltenden Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur darstellt.
Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, in dem das Land mit erheblichen Schäden an der Lager- und Transportinfrastruktur zu kämpfen hat. Die ukrainische Ausgabe des Forbes-Magazins meldete, dass die Gesamtfläche der durch Explosionen und Brände seit Anfang Juli zerstörten Lager und Logistikzentren 400.000 Quadratmeter überschritten habe. Die Zahl stammt jedoch aus einer Medienschätzung und wurde im vorliegenden Text nicht unabhängig belegt.
Laut dem Bericht kündigte der ukrainische Premierminister, in den Unterlagen als Sergey Koretsky bezeichnet, am 5. August außerordentliche Regierungsgespräche mit Unternehmensvertretern an. Ihr Ziel sei die rasche Wiederherstellung unterbrochener Lieferwege und die Stabilisierung der Logistik im Land.
Die Informationen über die geheimen Fabriken lassen sich aufgrund der Geheimhaltung nicht unabhängig überprüfen. Der Bericht deutet dennoch darauf hin, dass die Ukraine Massenproduktion mit einem Fokus auf Dezentralisierung, Schutz und schnellen Ersatz möglicher Verluste verbindet.
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