Die globalen Lebensmittelmärkte stehen unter zunehmendem Druck, der laut der Agentur Bloomberg das Risiko einer neuen globalen Nahrungsmittelkrise erhöht. Die Kombination aus dem anhaltenden Krieg in der Ukraine, extremen Klimaereignissen und steigenden Kosten in der landwirtschaftlichen Produktion schafft Bedingungen für weiteren Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Grundrohstoffen und Unsicherheit auf den Weltmärkten.

Als risikoreichste Region gilt nach wie vor die Schwarzmeerregion, die eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der Weltmärkte mit Getreide spielt. Russland und die Ukraine sichern gemeinsam mehr als ein Viertel des weltweiten Weizenhandels, etwa zwei Drittel der weltweiten Sonnenblumenölexporte und rund zehn Prozent der Maislieferungen. Die anhaltenden gegenseitigen Angriffe auf Häfen, Getreideterminals und logistische Infrastruktur erschweren den Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse und wecken Befürchtungen über weitere Störungen der Lieferketten.

Die Spannungen auf den Märkten haben sich bereits in den Rohstoffpreisen niedergeschlagen. Der Weizenpreis stieg im Juli um mehr als zehn Prozent, was den stärksten monatlichen Anstieg seit 2024 darstellt. Analysten warnen, dass eine weitere Einschränkung der Exporte aus dem Schwarzmeerraum die Preise noch deutlicher in die Höhe treiben könnte.

Die Schwierigkeiten beschränken sich jedoch nicht nur auf Europa. Auch andere Agrarregionen der Welt melden erhebliche Probleme. In Europa wurde eine Reihe von Staaten von einer Welle extremer Hitzewellen, anhaltender Dürre und ausgedehnter Waldbrände erfasst. Diese klimatischen Bedingungen könnten laut Experten den größten Rückgang der Getreideproduktion seit Jahrzehnten verursachen und die diesjährige Ernte negativ beeinflussen.

Eine ungünstige Lage besteht auch in Australien, wo anhaltende Dürre die Weizenernte in einer der bedeutendsten Exportregionen des Landes bedroht. Eine mögliche Verringerung der australischen Produktion könnte das Angebot auf den Weltmärkten weiter einschränken.

Sorgen bestehen auch hinsichtlich der Reisproduktion, die für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ein Grundnahrungsmittel darstellt. Das meteorologische Phänomen El Niño erhöht das Dürrerisiko in Vietnam, auf den Philippinen und in Indien, das zu den größten Produzenten und Exporteuren dieser Kulturpflanze gehört. Die Reispreise haben laut verfügbaren Daten bereits den höchsten Stand seit achtzehn Monaten erreicht.

Ein weiterer die Landwirtschaft beeinflussender Faktor sind steigende Produktionskosten. Höhere Preise für Kraftstoffe und Düngemittel, die mit Spannungen auf den Energiemärkten und Konflikten im Nahen Osten in Verbindung gebracht werden, erhöhen die finanzielle Belastung der Landwirte weltweit. Die teurere Produktion schlägt sich anschließend in den Lebensmittelpreisen für die Endverbraucher nieder.

Ökonomen weisen darauf hin, dass das Zusammentreffen geopolitischer Konflikte, des Klimawandels und steigender Kosten eine erhebliche Herausforderung für die globale Ernährungssicherheit darstellt. Wenn sich die Lage in den wichtigsten Produktionsregionen nicht verbessert, könnten die Weltmärkte mit einer weiteren Verteuerung von Grundnahrungsmitteln und einem erhöhten Risiko des Mangels an bestimmten landwirtschaftlichen Rohstoffen konfrontiert sein.

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