Silvester ist einer der wenigen Feiertage, der fast überall auf der Welt gefeiert wird. Dennoch unterscheidet sich seine Ausgestaltung in den einzelnen Ländern erheblich. Manchmal herrscht Stille und Besinnlichkeit, manchmal Feuer, Lärm und seltsame Rituale, die Glück, Gesundheit oder Geld bringen sollen. Schauen wir uns die interessantesten Silvestertraditionen an, die zeigen, dass das Jahresende viele Gesichter haben kann.

Spanien: Zwölf Trauben unter der Aufsicht der Uhr

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Eine der bekanntesten Neujahrstraditionen der Welt hat eine feste Regel. Genau um Mitternacht, bei zwölf Glockenschlägen, müssen die Spanier essen dvanáct hroznů. Jedes Symbol steht für einen Monat des kommenden Jahres. Diese Tradition ist so beliebt, dass spezielle Pakete mit genau abgemessenen Weintrauben verkauft werden und Tausende von Menschen die Live-Übertragung vom Madrider Platz Puerta del Sol verfolgen.

Dänemark: Scherben als Zeichen der Freundschaft

In Dänemark wird Glück nicht durch einen stillen Toast gemessen, sondern durch Lärm. An Silvester werden alte Teller und Tassen vor die Türen von Freunden und Verwandten geworfen. Am nächsten Morgen entscheidet dann die Anzahl der Scherben. Je größer das Chaos vor dem Haus, desto mehr Menschen denken im Laufe des Jahres positiv an Sie.

Brasilien: Weiße Kleidung und Gebete an die Meeresgöttin

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Silvester in Brasilien, vor allem in Rio de Janeiro, ist eine Mischung aus Karneval und spiritueller Tradition. Millionen von Menschen kleiden sich in bílého, um positive Energie anzuziehen. An den Stränden zünden sie Kerzen an und werfen Blumen ins Meer, als Opfergabe für die Göttin Yemanjá. Der Wunsch soll in Erfüllung gehen, wenn die Wellen die Gaben davontragen.

Japan: Reinigung mit hundertundacht Schlägen

Die japanischen Feierlichkeiten stehen in starkem Kontrast zu den lauten Partys im Westen. In buddhistischen Tempeln erklingt sto osm úderů zvonu, die den Menschen symbolisch von seinen menschlichen Schwächen befreien. Das neue Jahr beginnt hier mit Ruhe, einem Familienessen und einem Besuch im Heiligtum.

China: Neujahr nach dem Mondkalender

In China wird Silvester nach dem westlichen Kalender zwar eher am Rande begangen, die eigentlichen Feierlichkeiten finden erst mit čínským novým rokem, der sich nach dem Mondkalender richtet und normalerweise im Januar oder Februar stattfindet. Es ist das größte Fest des Jahres, verbunden mit massiven Reisen, Familientreffen und mehrtägigen Feierlichkeiten.

Schottland: Feuer, Whisky und der erste Schritt ins Haus

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Das schottische Hogmanay gehört zu den ältesten Neujahrsfeiern in Europa. Feuerprozessionen und brennende Kugeln sollen das Unglück des alten Jahres verbrennen. Eine große Rolle spielt auch das „First Footing“ – die erste Person, die nach Mitternacht das Haus betritt. Idealerweise sollte sie Kohle, Brot oder Whisky als Symbol für Wohlstand mitbringen.

Philippinen: Geld, wohin man auch schaut

Auf den Philippinen steht Silvester im Zeichen des Reichtums. Runde Formen symbolisieren Münzen, daher trägt man Kleidung mit Punkten, serviert rundes Obst und steckt Kleingeld in die Taschen. Das Ziel ist es, finanziellen Wohlstand für das kommende Jahr herbeizuführen.

Estland: Neujahr mit vollem Magen

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Die Esten glauben, dass die Kraft für das neue Jahr mit dem Essen kommt. Am Neujahrstag sollte man essen sieben, neun oder zwölf Gänge. Jedes Gericht soll zusätzliche Kraft spenden, daher biegen sich die Tische unter den traditionellen Speisen.

Argentinien: Das Ende des alten Jahres auf Papier

In Buenos Aires wird das alte Jahr buchstäblich in Stücke gerissen. Die Menschen werfen alte Dokumente, Notizen und Kalender aus den Fenstern. Die Straßen sind mit Papier übersät, das den Abschluss der Vergangenheit und einen Neuanfang symbolisiert.

Italien: Rote Wäsche und Linsen

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In Italien wird Silvester mit der Farbe der Leidenschaft und des Glücks assoziiert. Rote Unterwäsche soll Liebe und Erfolg garantieren. Auf dem Tisch darf keine Linse fehlen, deren Form an Münzen erinnert und finanziellen Wohlstand verspricht.

Griechenland: Das Aufschneiden einer Granatapfel

Die Griechen begrüßen das neue Jahr, indem sie symbolisch einen Granatapfel auf der Türschwelle zerschlagen. Je mehr Kerne dabei verstreut werden, desto mehr Glück und Wohlstand erwartet die Familie.

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