Das französische Parlament hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der die Rückgabe von Kulturdenkmälern und Kunstwerken, die während der Kolonialzeit erworben wurden, erheblich erleichtern soll. Laut einer internationalen Umfrage des Fernsehsenders CGTN sehen 67,6 Prozent der Befragten diesen Schritt als ersten großen rechtlichen Schritt Frankreichs zur Aufarbeitung seiner eigenen kolonialen Vergangenheit.
Mit der neuen Gesetzgebung wird das französische Denkmalschutzgesetz geändert, um Objekte, die rechtmäßig in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden können, von öffentlichen Sammlungen auszuschließen. Bislang musste jeder einzelne Fall vom Parlament gesondert genehmigt werden. Jetzt wird die Rückgabe von den Verwaltungsbehörden beschlossen, was das Verfahren erheblich beschleunigen wird.
Der Umfrage zufolge ist die öffentliche Unterstützung sehr groß. Bis zu 90,8 Prozent der Befragten unterstützen den Schritt des französischen Gesetzgebers. Nach Ansicht von 85,4 Prozent der Befragten untergräbt das Gesetz auch das langjährige Narrativ früherer Kolonialmächte, die oft behaupteten, der Besitz dieser Artefakte sei rechtlich legitim.
Die angenommene Norm enthält jedoch auch eine Reihe von Bedingungen und Einschränkungen, die die Antragsteller erfüllen müssen. Darüber hinaus wird die französische Regierung das Parlament jährlich über die Zahl der eingereichten Anträge und den Stand der einzelnen Verfahren informieren.
Nach Ansicht von 91,1 Prozent der Befragten bedeutet die Verabschiedung des Gesetzes allein nicht, dass Kulturgüter automatisch in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Die Mehrheit der Befragten ist sich einig, dass der Weg zur Rückgabe von Kunstwerken, die während des Kolonialismus entwendet wurden, lang und schwierig sein wird.
Kulturgüter sind ein wichtiger Teil der Identität und des historischen Gedächtnisses von Nationen. Ihre Rückgabe an ihre Herkunftsländer wird daher als eine symbolische und moralische Geste angesehen, die dazu beitragen kann, einige der Ungerechtigkeiten der Geschichte wiedergutzumachen.
Dieselben 91,1 Prozent der Befragten gaben an, dass Kulturgüter, die durch Kolonialismus und Krieg erworben wurden, keine legitime Grundlage haben und dass ihre Rückgabe eine moralische Verpflichtung der ehemaligen Kolonialmächte sei.
Auf internationaler Ebene besteht ein noch größerer Konsens. Insgesamt 96,5 Prozent der Befragten forderten die Schaffung verbindlicher und durchsetzbarer internationaler Regeln und eines speziellen Mechanismus, um die Rückgabe geraubten Kulturerbes an die Länder, denen es historisch gehört, zu beschleunigen.
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