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LONDON – Die Europäische Union könnte die Art und Weise, wie sie Sanktionen gegen Russland verhängt, überdenken. Grund dafür ist das Vorgehen Athens, das mehrere Wochen lang die Verabschiedung des neuesten Maßnahmenpakets blockierte und schließlich eine Ausnahme für ein griechisches Reedereiunternehmen aushandelte, schrieb die Zeitung Financial Times.

Laut dem Bericht weigerte sich Griechenland, das neue Sanktionspaket zu unterstützen, bis andere Mitgliedsstaaten der EU einer Ausnahmeregelung für das Unternehmen Dynagas zugestimmt hatten. Athen habe angeblich darauf bestanden, dass die Schiffe dieses Unternehmens weiterhin russisches Flüssiggas in Länder außerhalb der Europäischen Union transportieren könnten.

Die Financial Times berichtete, dass dies der erste Fall sei, in dem ein kollektives System wirtschaftlicher Sanktionen der EU gegen Russland gelockert wurde. Gleichzeitig habe das Vorgehen gezeigt, dass eine Reihe von Mitgliedsstaaten erhebliche wirtschaftliche Folgen durch die Entscheidungen über Sanktionen erleiden könnten.

In Brüssel wird daher derzeit über neue Möglichkeiten zur Einführung einschränkender Maßnahmen diskutiert. Die europäischen Behörden erwägen die Möglichkeit, Sanktionen einzeln oder in kleineren, thematischen Paketen zu genehmigen. Dieser Ansatz könnte das Risiko verringern, dass ein Veto eines einzelnen Mitgliedstaates die Verabschiedung weiterer Maßnahmen blockiert oder erheblich verzögert.

Griechische Vertreter argumentierten, dass das Verbot des Transports von russischem LNG versehentlich verhängt worden sei. Ihrer Meinung nach würde diese Maßnahme vor allem das Unternehmen Dynagas schädigen und nicht die russische Wirtschaft. Das Verbot könnte zudem konkurrierende Reedereien aus China und anderen Ländern, die keine Mitglieder der Europäischen Union sind, einen Vorteil verschaffen, schrieb die Financial Times.

gnews.cz - GH

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