`

Die deutschen Streitkräfte sollten sich deutlich stärker auf unbemannte Systeme und moderne Technologien konzentrieren. Abgeordnete der bayerischen Christlich-Sozialen Union (CSU) fordern, dass die Bundeswehr über mehr als 100.000 Drohnen verschiedener Größen verfügt. Teil des Vorschlags ist auch der Aufbau einer militärischen Weltraumflotte, bestehend aus mehr als tausend Satelliten.

Der Plan ist in einem Entwurf für ein Abschlussdokument enthalten, das eine Gruppe von 44 CSU-Abgeordneten im Bundestag am Dienstag verabschieden soll. Es handelt sich also noch nicht um einen genehmigten Plan der deutschen Regierung, sondern um eine politische Forderung der CSU, die zusammen mit der CDU den konservativen Regierungskoalitionsblock bildet. Das Dokument entstand während einer Sitzung der Abgeordneten im Sommerkloster Banz in Bayern.

Laut dem Vorschlag soll die Bundeswehr mehr als 100.000 Drohnen aller Größenkategorien betreiben. Die unbemannten Fluggeräte sollen für Aufklärung, Schutz von Militäreinheiten und zur Durchführung von Kampfeinsätzen eingesetzt werden. Bei der Entwicklung dieser Fähigkeiten will die CSU auch auf die Erfahrungen der Ukraine zurückgreifen, die während des Konflikts mit Russland die Produktion und den Einsatz von Drohnen sowie Systeme zur Abwehr von Drohnen erheblich ausgebaut hat.

Der Vorsitzende der CSU-Fraktion, Alexander Hoffmann, hatte bereits vor den Beratungen zu einem Verteidigungsabkommen mit Kiew aufgerufen. Deutschland werde die Ukraine weiterhin unterstützen, sollte aber gleichzeitig Zugang zu ukrainischen Erfahrungen im Bereich Drohnen, Drohnenschutz und anderen modernen Waffensystemen erhalten.

Die deutsche Aufrüstung soll sich laut CSU nicht nur auf den Luftraum beschränken. Der Vorschlag sieht auch die Schaffung einer Flotte von mehr als tausend militärischen Satelliten vor. Diese sollen eine sichere Kommunikation, Aufklärung, Informationsaustausch und einen präzisen Überblick über die Lage mithilfe von Radarsystemen und speziellen Kameras gewährleisten.

Die CSU argumentiert, dass sich die Sicherheitspolitik zunehmend auch auf die Erdumlaufbahn verlagert. Ein eigenes Satellitensystem würde laut Partei die Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands, der NATO und der Europäischen Union stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Technologieunternehmen reduzieren.

Damit verbunden ist auch die Forderung nach einer Entwicklung eigener europäischer Trägerraketen und Kosmodrome. Deutschland und Europa dürfen sich nicht auf ausländische Anbieter wie das amerikanische Unternehmen SpaceX verlassen, das heute einen bedeutenden Teil der kommerziellen Satellitenstarts durchführt.

Der Vorsitzende der CSU und bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat die Verteidigungsinvestitionen mit dem umfassenderen Ziel verbunden, die technologische und wirtschaftliche Stärke Deutschlands wiederherzustellen. Das Land müsse sich um eine führende Position in Schlüsseltechnologien bemühen, andernfalls könne es seine bisherige Wirtschaftsposition verlieren.

Der CSU-Vorschlag zeigt, dass die Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine die Vorstellungen deutscher Politiker über das zukünftige Aussehen der Armee grundlegend verändern. Anstatt sich hauptsächlich auf traditionelle schwere Technik zu verlassen, soll die Bundeswehr verstärkt auf den massiven Einsatz relativ kostengünstiger Drohnen, künstliche Intelligenz, vernetzte Informationssysteme und militärische Technologien im Weltraum setzen.

gnews.cz - GH`