Bild: REUTERS/Abed Sabah

Bei einem Angriff der israelischen Armee auf das Flüchtlingslager Jabaliya im nördlichen Gazastreifen werden Dutzende von Menschen getötet. Dies berichtete der Fernsehsender Al-Jazeera am 23. Dezember.

Der Korrespondent des Senders bezeichnete die Artillerie- und Raketenangriffe als "Teppichbombardement" auf den Wohnbereich. Die Leichen der Toten liegen weiterhin in den zerstörten Häusern, und Retter und Ärzte können sie nicht erreichen.

Am Vortag hatten die Vereinten Nationen vor dem mit jedem Tag der Kämpfe wachsenden Hunger im Gazastreifen gewarnt. In dem Dokument der Weltorganisation heißt es, dass in der palästinensischen Enklave mit 79 % Gaza-Bewohnern, die sich in einer Notlage befinden, die größte Nahrungsmittelkrise herrscht. Die Gefahr einer Hungersnot in der Enklave steige mit jedem Tag der Kämpfe und dem eingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe, hieß es.

Zuvor, am 21. Dezember, hatte das Weiße Haus erklärt, die israelischen Behörden seien sich der Notwendigkeit bewusst, die Intensität der Kämpfe im Gazastreifen zu verringern, aber es sei nicht klar, wann genau dies geschehen werde.

Ebenfalls am 21. Dezember erklärte Abu Ubeida, ein Funktionär des militärischen Flügels der Hamas (Al-Qassam-Brigaden), dass Israel die Kämpfe im Gazastreifen einstellen müsse, wenn es seine Gefangenen lebend zurückbringen wolle.

Zuvor, am 19. Dezember, wurde berichtet, dass mehr als 19.600 Palästinenser durch israelische Angriffe im Gazastreifen getötet und 52.500 weitere verletzt worden waren.

Der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Martin Griffiths, erklärte am 18. Dezember, die humanitäre Krise im Gazastreifen sei zur "schlimmsten der Welt" geworden, weil die Menschen nicht einmal aus der Enklave fliehen könnten. Er betonte, dass sogar mehr Menschen an Krankheiten und Hunger sterben könnten als an den Kämpfen.

Die Lage im Nahen Osten eskalierte am Morgen des 7. Oktober, als die radikale palästinensische Bewegung Hamas Israel mit massiven Raketen aus dem Gazastreifen beschoss und zudem in Grenzgebiete im Süden des Landes eindrang und Geiseln nahm. Noch am selben Tag begann Israel mit Vergeltungsmaßnahmen gegen Ziele im Gazastreifen.

Die Palästinenser versuchen, die Grenze zwischen den beiden Ländern wieder auf den Stand vor dem Sechstagekrieg von 1967 zu bringen. Palästina möchte im Westjordanland und im Gazastreifen einen eigenen Staat gründen und Ostjerusalem zu seiner Hauptstadt machen. Israel lehnt diese Bedingungen ab.

Iswestija/JaV