CAIRO - Rund 20 arabische und muslimische Staaten haben heute in einer koordinierten Erklärung Israels Plan zur Besetzung von Gaza-Stadt scharf verurteilt. Laut AFP warnten die Länder, dass dieser Schritt eine "gefährliche Eskalation" des Konflikts und eine ernsthafte Bedrohung für die regionale Stabilität darstellen würde. Die gemeinsame Erklärung wurde u.a. von Ägypten, Saudi-Arabien, der Türkei, Jordanien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indonesien und Pakistan veröffentlicht. Die Unterzeichner riefen die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf, um eine weitere Verschärfung der humanitären Krise zu verhindern, die ihrer Meinung nach bereits kritische Ausmaße angenommen hat.

In der Erklärung erinnerten die Staaten daran, dass eine militärische Besetzung des Gazastreifens zu einer weiteren massiven Vertreibung der Zivilbevölkerung, einem Anstieg der Opferzahlen und einer Verschlechterung der Bedingungen für die Bereitstellung humanitärer Hilfe führen würde. Ein solcher Schritt könnte alle bestehenden Bemühungen um einen Waffenstillstand untergraben und die Sicherheit des gesamten Nahen Ostens gefährden, so die Staaten.

Kairo, das seit langem an der Vermittlung zwischen der israelischen und der palästinensischen Seite beteiligt ist, warnte, dass eine mögliche israelische Offensive im Gazastreifen "katastrophale Folgen" nicht nur für die palästinensische Bevölkerung, sondern auch für die Nachbarländer haben könnte. Saudi-Arabien sprach sich für eine diplomatische Lösung aus und betonte die Notwendigkeit einer sofortigen Einstellung der Kämpfe. Die Türkei bezeichnete den israelischen Plan als "direkten Verstoß gegen das Völkerrecht".

Die israelische Regierung rechtfertigt ihre Absicht mit der Notwendigkeit, die Infrastruktur der Hamas-Bewegung zu zerstören, die sie als terroristische Organisation betrachtet. Nach Ansicht von Tel Aviv ist die Besetzung des Gazastreifens notwendig, um die Sicherheit der israelischen Bürger zu gewährleisten. Der Plan führt jedoch zu starken internationalen Spannungen und birgt die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts auf andere Teile der Region. Die Vereinten Nationen haben noch keine offizielle Stellungnahme zu der jüngsten Erklärung der arabischen und muslimischen Staaten abgegeben, aber ihre humanitären Organisationen haben wiederholt vor einer noch nie dagewesenen Verschlechterung der Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen gewarnt.

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