Das slowenische Parlament hat eine neue Legislaturperiode begonnen, und gleich die erste Sitzung brachte eine Überraschung: Zoran Stevanović, Vorsitzender der Anti-Establishment-Partei Resnica, wurde zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt. Dank der Unterstützung der oppositionellen Slowakischen Demokratischen Partei von Janez Janša und der Partei Neues Slowenien erhielt er in der geheimen Wahl 48 Stimmen. In einem Interview mit dem slowenischen Rundfunk und Fernsehen sagte Stevanovic, seine Partei werde ein vor der Wahl gegebenes Versprechen einlösen, ein Referendum über den Austritt Sloweniens aus der Nato abzuhalten.
„Wir werden uns kategorisch gegen eine Einmischung in ausländische militärische Konflikte aussprechen, weil Slowenien davon nicht profitiert“.“ sagte der neue Parlamentspräsident.
Das Thema des NATO-Referendums ist in Slowenien nicht neu. Bereits im Juli 2025 wurde es vom damaligen Premierminister angesprochen Robert Golob, Der Streit war jedoch von Anfang an in erster Linie ein Instrument des innenpolitischen Kampfes. Slowenien ist seit 2004 Mitglied der NATO. Damals stimmten 66 % Bürger in einem Referendum für den Beitritt. Seitdem hat sich die Situation geändert. Umfragen aus dem Jahr 2025 zeigen, dass etwa die Hälfte der slowenischen Bevölkerung das Bündnis unterstützt.
Die Resnica-Partei erhielt bei den Wahlen vom 22. März 2026 knapp 5,5 % Stimmen und fünf Parlamentssitze. Stevanovic ist Parlamentspräsident, nicht Premierminister. Er hat keine Exekutivbefugnisse. Ein Referendum wäre in Slowenien rechtlich nicht bindend.
gnews.cz - GH
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