Der Vorsitzende des Vorstands der Tschechisch-Chinesischen Gemischten Industrie- und Handelskammer, Vojtěch Filip, hielt die Eröffnungsrede auf einem Fachtreffen zum Thema tschechisch-chinesische Zusammenarbeit. In seiner Rede konzentrierte er sich auf die wichtigsten Herausforderungen, die sich aus dem neuen chinesischen 15. Fünfjahresplan ergeben, sowie auf Bereiche, in denen die Tschechische Republik konkretes Know-how anbieten kann.
Filip erinnerte daran, dass die derzeitige Entwicklung der chinesischen Wirtschaft nicht mehr nur auf Exporten basiert, sondern zunehmend auf dem Wachstum des Binnenkonsums. Dies zeugt seiner Meinung nach von einem steigenden Lebensstandard und einer erfolgreichen Armutsbekämpfung in China. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die neuen Prioritäten der chinesischen Regierung auch für die Tschechische Republik eine Chance darstellen, wenn sie an die insbesondere nach 2015 aufgebaute Zusammenarbeit anknüpfen kann.
Als Schlüsselbereich bezeichnete er die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, akademischen Einrichtungen und Forschungsinstituten. Wissenschaft, Forschung und moderne Technologien gehören seiner Meinung nach zu den wichtigsten Triebkräften des Wirtschaftswachstums und dürfen nicht durch ideologische Streitigkeiten aus vergangenen Jahren belastet werden.
Er widmete auch den Sozialsystemen Aufmerksamkeit. Laut Filip kann die Tschechische Republik insbesondere im Bereich der Altenpflege ihre Erfahrungen einbringen. Mit dem Wachstum der Mittelschicht in China wird auch der Bedarf an einer modernen Sozialversicherung steigen, wobei das tschechische Modell als Inspiration dienen kann.
Ein weiteres wichtiges Kapitel ist der persönliche Kontakt und der Tourismus. Filip betonte die Notwendigkeit, die direkten Flugverbindungen zwischen der Tschechischen Republik und China wieder aufzunehmen, was den Tourismus und die regionale Wirtschaft fördern würde. Er erinnerte daran, dass in der Vergangenheit jährlich Hunderttausende chinesischer Touristen nach Tschechien kamen und das Land über die entsprechende Infrastruktur für ihre Rückkehr verfügt.
Als konkreten Erfolg bezeichnete er den Vertragsabschluss zwischen einem tschechischen Energieunternehmen und der chinesischen Firma Winday. Die Zusammenarbeit betrifft die Entwicklung ökologischer Energie, insbesondere Windkraftanlagen, Energiespeicher und die dazugehörige Infrastruktur. Laut Filip handelt es sich um das Ergebnis zweijähriger Bemühungen, die trotz Hindernissen zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnten.
„Wenn wir uns auf konkrete Projekte, langfristige Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen konzentrieren, kann die Partnerschaft zwischen Tschechien und China eine sehr praktische und vorteilhafte Dimension haben.“ schloss Filip.