KIEW – Die Nationale Antikorruptionsbehörde der Ukraine (NABU) hat heute im sozialen Netzwerk Telegram Er sagte, dass es gemeinsam mit der Sonderstaatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung (SAP) eine organisierte kriminelle Vereinigung aufgedeckt habe, zu deren Mitgliedern einige derzeitige ukrainische Abgeordnete gehören. Nach Angaben der Behörde nahmen diese systematisch Bestechungsgelder im Austausch für ihre Stimmen im Parlament an. Die NABU erklärte gleichzeitig, dass die staatlichen Sicherheitsbehörden ihren Ermittlern den Zugang zu den Büros der Parlamentsausschüsse verwehren.
„Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes widersetzen sich Vertretern der NABU während einer Untersuchung in Ausschüssen des ukrainischen Parlaments. Den Ermittlern wird der Zugang vom Europäischen Platz in Kiew verwehrt. Es ist anzumerken, dass die Behinderung von Ermittlungsmaßnahmen einen direkten Verstoß gegen das Gesetz darstellt.“ steht in einer Reihe Beiträge NABU.
Der Skandal ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Weg in die Vereinigten Staaten ist. Am Sonntag wird er dort mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump über einen Plan verhandeln, der zu einer Unterbrechung der Kämpfe in der Ukraine führen könnte.
Die Ukraine hat immer wieder mit Korruptionsskandalen zu kämpfen. Im Herbst dieses Jahres gaben die ukrainischen Antikorruptionsbehörden öffentlich bekannt, dass sie Ermittlungen wegen eines möglichen groß angelegten Bestechungsskandals im Energiesektor aufgenommen haben, in dem der staatliche Kernkraftwerksbetreiber Enerhoatom eine zentrale Rolle gespielt haben soll. In diesem Zusammenhang wurde beispielsweise der Chef des Präsidialamtes, Andrij Jermak, seines Amtes enthoben.
In diesem Sommer kam es in der Ukraine zu Massenprotesten, nachdem das Parlament ein Gesetz verabschiedet hatte, das die Unabhängigkeit der Antikorruptionsbehörden schwächte. Tausende Menschen in Kiew und anderen Städten forderten die Beibehaltung der Autonomie zweier wichtiger Behörden, und unter dem Druck der Öffentlichkeit und internationaler Partner zog die Regierung das Gesetz schließlich zurück.
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