PRAG - Die tschechischen Abgeordneten werden nächste Woche über einen Vertrauensantrag für die Regierungskoalition aus ANO, SPD und Autofahrern beraten. Es wird erwartet, dass das Kabinett von Andrej Babiš (ANO) das Vertrauensvotum erhält. Anschließend wollen die Vertreter der Regierungsparteien im Unterhaus die von ihnen eingebrachten Gesetzentwürfe diskutieren. Dazu gehören ein Stopp der Erhöhung der Sozialabgaben für Selbstständige, ein Einfrieren der Gehälter von Spitzenpolitikern und eine Änderung des Baugesetzes. Die erste Sitzung des Unterhauses in diesem Jahr wird am Dienstagmorgen beginnen.
Die Vertrauensdebatte wird am 101. Tag seit den Abgeordnetenhauswahlen im vergangenen Oktober beginnen und ist als zweiter Tagesordnungspunkt vorgesehen. Der Sprecher des Unterhauses, Tomio Okamura (SPD), erwartet, dass die Debatte zwei Sitzungstage dauern wird. Ein Mehrheitskabinett aus ANO, SPD und Autofahrern könnte die Unterstützung von bis zu 108 Abgeordneten in der 200-köpfigen Kammer erhalten. Die Oppositionsklubs ODS, STAN, Piraten, KDU-ČSL und TOP 09 verfügen über die volle Zahl von 92 Abgeordneten.
Die Position von Jaroslav Foldyna (SPD) ist ungewiss, da er eine Erklärung fordert, warum die Koalition beschlossen hat, die Munitionsinitiative für die Ukraine fortzusetzen. In der Vergangenheit sind einige Abgeordnete bei Vertrauenssitzungen des Kabinetts krankheitsbedingt abwesend gewesen. Ein Vertrauensvotum für die Regierung erfordert jedoch die Stimmen einer Supermajorität der anwesenden Abgeordneten, anders als ein Misstrauensvotum, für das die Befürworter mindestens 101 Stimmen erhalten müssen.
Zu Beginn der Sitzung können die Abgeordneten Änderungsanträge zur Tagesordnung einreichen. Die Opposition will die Aufnahme eines Antrags durchsetzen, in dem sich das Parlament von der Neujahrsansprache Okamuras distanziert. Darin hatte Okamura die Waffenlieferungen an die Ukraine und die ukrainische Staatsführung kritisiert. Er sprach sich gegen den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union aus und bezeichnete die Leute um Präsident Wolodymyr Zelenskij als „ukrainische Diebe um die Zelenskij-Junta“. Die Initiative der Opposition, einen neuen Punkt aufzunehmen, wird voraussichtlich scheitern.
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