Die Regierung der Tschechischen Republik hat ein neues außenpolitisches Konzept verabschiedet, das eine grundlegende Ausrichtung der tschechischen Diplomatie als Antwort auf die aktuellen globalen Herausforderungen darstellt. Laut Außenminister Jan Lipavský weicht das Dokument von der Strategie aus dem Jahr 2015 ab, die dem aktuellen Sicherheitsumfeld nicht mehr Rechnung trägt, und stellt die Sicherheit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Die Ausarbeitung des neuen Konzepts sollte eigentlich bis Mitte 2023 abgeschlossen sein, aber die Notwendigkeit, das sich rasch verändernde internationale Umfeld zu berücksichtigen, hat die Fertigstellung verzögert. Das Dokument basiert auf der von Lipavský vorgeschlagenen Sicherheitsstrategie der Tschechischen Republik für das Jahr 2023, in der Russland und China als die größten Bedrohungen für die tschechische und europäische Sicherheit genannt werden. Diese Strategie betonte die Notwendigkeit, die Widerstandsfähigkeit des Staates gegenüber hybriden Bedrohungen wie Cyberangriffen oder Desinformation zu stärken und sich auf mögliche bewaffnete Konflikte innerhalb der NATO vorzubereiten. Das neue Konzept setzt diese Schlussfolgerungen in außenpolitische Ziele um.
Das Hauptelement des Dokuments ist die Sicherheit, die als Grundlage für die Stabilität und den Wohlstand der Tschechischen Republik angesehen wird. Jan Lipavský betonte im sozialen Netzwerk X, dass das Konzept offen Bedrohungen benennt, insbesondere die russische Aggression, die die internationale Ordnung stört, wie die Invasion in der Ukraine zeigt. Die Tschechische Republik wird daher die Zusammenarbeit innerhalb der EU und der NATO vertiefen, die nach wie vor wichtige Plattformen für die Gewährleistung der Sicherheit sind. Der Schwerpunkt liegt auf der Energieautarkie, der Diversifizierung der Ressourcen und der Stärkung der gemeinsamen europäischen Außenpolitik, um das Land in die Lage zu versetzen, äußerem Druck zu widerstehen.
Der Rahmen setzt sich weiterhin für die Förderung der Menschenrechte und des Völkerrechts ein. Im Einklang mit der Tradition von Václav Havel wird die Tschechische Republik für eine werteorientierte Diplomatie eintreten und Verstöße gegen internationale Normen, insbesondere durch Russland, kritisieren. Die Unterstützung der Ukraine durch militärische, finanzielle und humanitäre Hilfe, einschließlich der tschechischen Initiative für die Lieferung von Munition, die internationale Anerkennung gefunden hat, spielt eine wichtige Rolle.
Die Wirtschaftsdiplomatie bleibt ein wichtiges Ziel, da der Wohlstand der Tschechischen Republik von starken Beziehungen innerhalb der EU und den globalen Märkten abhängt. Das Dokument unterstützt tschechische Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte und betont die nachhaltige Entwicklung, insbesondere den Kampf gegen den Klimawandel und die Entwicklungszusammenarbeit zur Verhinderung von Naturkatastrophen. Das Konzept baut auch auf anderen strategischen Dokumenten auf, wie dem Plan zur Vorbereitung der Bürger auf die Landesverteidigung (POKOS) 2025-2030, der die Notwendigkeit betont, die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft zu erhöhen.
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