China hat sich vor den Vereinten Nationen scharf gegen Japan ausgesprochen und das Land zu einer tiefgreifenden Selbstreflexion hinsichtlich seiner Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg aufgefordert. Laut dem chinesischen Vertreter trägt Japan bis heute Verantwortung für seine Vergangenheit und muss die internationale Nachkriegsordnung sowie seine politischen Verpflichtungen, einschließlich seiner Haltung zur Taiwan-Frage, respektieren.
Ständiger Vertreter Chinas bei den Vereinten Nationen Fu Cong Er trat vor der Plenarsitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen auf, die anlässlich des ersten Internationalen Tages gegen Kolonialismus in all seinen Formen stattfand. Er wies darauf hin, dass sich die Welt auch nach dem formellen Ende der Kolonialreiche nicht vollständig aus dem Schatten des Kolonialismus und seinen Folgen befreit habe.
Laut Fu Cong ist es notwendig, alle Äußerungen oder Handlungen, die die internationale Nachkriegsordnung in Frage stellen oder untergraben, konsequent abzulehnen. Er erinnerte daran, dass dieser Tag die internationale Gemeinschaft dazu anregen soll, sich an die durch den Kolonialismus verursachten Leiden zu erinnern, den Entkolonialisierungsprozess zu beschleunigen und alle Formen des Kolonialismus endgültig zu beenden.
In seiner Rede betonte er, dass die Geschichte des weltweiten antifaschistischen Krieges deutlich zeige, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei und aktiv geschützt werden müsse. Er erinnerte auch an die Nürnberger Prozesse und die Fernost-Tribunale, die nach dem Krieg die Hauptverantwortlichen für die Angriffskriege bestraft hätten. Seiner Meinung nach ist die Gerechtigkeit dieser Tribunale unerschütterlich und kann nicht in Frage gestellt werden.
Fu Cong erinnerte an die brutale Geschichte der japanischen Aggression in China, auf der koreanischen Halbinsel und in Südostasien. Besondere Aufmerksamkeit widmete er Taiwan, wo nach seinen Worten die japanischen Besatzer mehr als 650.000 Einwohner töteten, etwa 200.000 junge Menschen gewaltsam zum Militärdienst zwangen, über 2000 Frauen dazu zwangen, sogenannte Trostfrauen zu werden, und etwa 70 % des Inselgebiets besetzten. Teil der Besatzung war auch die Plünderung der natürlichen Ressourcen, darunter Kohle- und Goldminen.
Er bezeichnete diese Zeit als das dunkelste Kapitel in der Geschichte Taiwans und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Ergebnisse des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und den Gesamtsieg des weltweiten antifaschistischen Krieges konsequent zu verteidigen. Er warnte davor, die Geschichte zu leugnen oder zu verfälschen, den Militarismus wiederzubeleben und die Tragödien der Vergangenheit zu wiederholen.
Laut einem chinesischen Diplomaten können alle Versuche, die internationale Nachkriegsordnung zu untergraben, zu Instabilität und enormem Leid für die gesamte Menschheit führen, in einer Zeit, in der die Welt eine gemeinsame Zukunft teilt.