TSCHECHISCHE REPUBLIK - Die erst neunjährige Sandrine Petrova aus Brünn hat die diesjährige 32. Auflage des Internationalen Amadeus-Mozart-Klavierwettbewerbs in Brünn gewonnen, der für Kinder bis 15 Jahre offen ist. Die Aufgabe der Teilnehmer, die in diesem Jahr 87 aus zehn Ländern waren, besteht darin, ein ausgewähltes Mozart-Stück zu spielen. Die Besten der Besten traten heute bei einem Konzert im Besední dům auf. Nach Ansicht der Juroren sind einige der Kinder in diesem frühen Alter schon viel weiter als ihre Altersgenossen, sagte Klára Hrivňáková vom veranstaltenden Verein ZUŠ Veveří.
Nach den Worten des Preisrichters Petr Toperczer, der seit 20 Jahren an dem Wettbewerb teilnimmt, sind in Brünn vor allem außergewöhnliche Kinder zu Hause. Amadeus ist ein anspruchsvoller Wettbewerb, nicht nur technisch, sondern vor allem in Bezug auf seinen engen Stil. „Der Wettbewerb für klassische Musik ist selbst im globalen Kontext einzigartig“, sagte Toperczer. Sein Kollege Daniel Buranovsky fügte hinzu, dass Klavierspielen nicht nur eine Frage des Talents, sondern auch der überdurchschnittlichen Intelligenz ist. „Ein Kind muss mehrere Ebenen von Musik gleichzeitig bewältigen, beide Hände koordinieren, mit Fantasie und Gefühl arbeiten. Klavierspielen ist eine anspruchsvolle Tätigkeit für das Gehirn. Daher ist es nicht ungewöhnlich, Kinder mit einem IQ von 130 und mehr zu sehen“, sagte Buranovsky.
Petrova beeindruckte die Jury mit ihrem Gesamtvortrag und ihrer ungewöhnlich reifen Tonkultur. „Manche Leute spielen Klavier wie ein Hammerinstrument, aber Kinder in diesem Alter sind bereits in der Lage, Töne schön zu modellieren und Beziehungen zwischen einzelnen Noten zu kultivieren. Sie haben Phantasie und die Musik erfüllt sie auch emotional, und das habe ich sehr bewundert“, so Buranovsky. Ohne ihren außergewöhnlichen Fleiß und ihren familiären Hintergrund hätte sie es jedoch nicht geschafft, so Toperczer. In der Vergangenheit war sie bereits bei anderen Klavierwettbewerben erfolgreich. Die Natürlichkeit ihres Spiels, so Toperczer, entspreche der Mozart-Welt. Als Belohnung wurde ihr ein gemeinsames Konzert mit der Brünner Philharmonie angeboten.
Eine interessante Besonderheit des Wettbewerbs ist, dass mehr als ein Mitglied derselben Familie daran teilnimmt; eine slowakisch-japanische Familie schickte dieses Jahr sogar alle fünf Töchter zum Wettbewerb. Viele der früheren Gewinner haben eine Solokarriere in der Musik gemacht, und einige von ihnen sind bereits Pianisten von Weltrang. Lukáš Vondráček oder Terezie Fialová zum Beispiel sind über die Grenzen der Tschechischen Republik hinaus bekannt.
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