Die Europäische Union sollte die Schaffung einer ständigen Streitkraft von 100 000 Mann in Erwägung ziehen und gleichzeitig die Art und Weise, wie Verteidigungsentscheidungen auf politischer Ebene getroffen werden, grundlegend ändern. Dies erklärte der EU-Kommissar für Verteidigung, Andrius Kubilius.
Laut Politico sieht sich Europa mit einer Kombination aus einem zunehmend aggressiven Russland und einem allmählichen Abdriften der Vereinigten Staaten von der europäischen Sicherheit konfrontiert, was auch Drohungen gegen Grönland einschließt. Kubilius spricht daher von der Notwendigkeit eines „Big Bang“-Ansatzes für den Wiederaufbau der gemeinsamen europäischen Verteidigung.
„Wären die Vereinigten Staaten militärisch stärker, wenn sie fünfzig separate Staatsarmeen statt einer Bundesarmee hätten?“ zitierte der Server Kubilius mit den Worten auf einer Sicherheitskonferenz in Schweden. „Fünfzig Verteidigungspolitiken und fünfzig Haushalte anstelle einer gemeinsamen Verteidigungsstrategie und eines gemeinsamen Haushalts? Wenn die Antwort nein lautet, worauf warten wir dann noch?“
Kubilius betonte, dass die Verteidigungsbereitschaft Europas auf drei Säulen ruht: höhere Investitionen in Produktionskapazitäten, gut vorbereitete Institutionen und vor allem der politische Wille zur Abschreckung und in letzter Instanz zum Kampf.
Seiner Ansicht nach reicht eine einfache Erhöhung der Verteidigungshaushalte im Rahmen des derzeitigen fragmentierten Systems nicht aus, was unter anderem auf die mangelnde Einigkeit der EU-Mitgliedstaaten zurückzuführen ist.
„Wir müssen investieren, damit wir in der Lage sind, als Europa zu kämpfen und nicht nur als eine Ansammlung von 27 nationalen ‚Bonsai-Armeen‘“.“ sagte Kubilius und bezog sich dabei auf eine Erklärung des ehemaligen EU-Diplomatiechefs Josep Borrell.
Der Kommissar erinnerte auch daran, dass die Idee einer starken ständigen Europäische Streitkräfte von 100.000 Soldaten vor einem Jahrzehnt unterstützten sie bereits Jean-Claude Juncker, Emmanuel Macron a Angela Merkel.
Wie Politico weiter berichtet, sollte zur Stärkung der politischen Entschlusskraft auch eine Europäischer Sicherheitsrat. Er würde sich aus den wichtigsten ständigen Mitgliedern und mehreren rotierenden Mitgliedern zusammensetzen, darunter das Land, das derzeit den Vorsitz im Rat der EU innehat, und die Führung der Europäischen Union.
Ein Teil dieses Gremiums sollte laut Kubilius Folgendes umfassen Vereinigtes Königreich. Insgesamt wären es etwa 10 bis 12 Mitglieder, die nicht nur an den Debatten, sondern auch an der raschen Vorbereitung wichtiger Verteidigungsentscheidungen beteiligt wären.
gnews.cz - GH