Im Vorfeld des bevorstehenden Gipfels des Europäischen Rates hat der tschechische Premierminister Andrej Babiš ein Schreiben an die europäischen Staats- und Regierungschefs gerichtet, in dem er zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union aufruft. Das Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs findet am Donnerstag, den 12. Februar, in Brüssel statt und wird sich mit Schlüsselfragen der europäischen Industrie, der Energiesicherheit und der strategischen Autarkie der Union befassen.
In einem Schreiben an die Präsidentin des Europäischen Rates Ursula von der Leyen, den Präsidenten des Europäischen Rates Antonio Costa und andere europäische Staats- und Regierungschefs fasste Premierminister Babiš die Prioritäten der Tschechischen Republik zusammen. Er betonte, dass die Wettbewerbsfähigkeit der EU der Schlüssel zum Erfolg der Transformation der europäischen Wirtschaft, zur Stärkung der Sicherheit und zum langfristigen Wohlstand sei.
„Ohne eine starke und wettbewerbsfähige Industrie wird die Union weder in der Lage sein, sich zu transformieren, noch Sicherheit und langfristigen Wohlstand zu gewährleisten. Die Erklärung von Antwerpen macht deutlich, dass wir unsere Ambitionen für die Transformation mit der Erhaltung einer starken industriellen Basis in Einklang bringen müssen“.“ sagte Babiš.
Der Premierminister wies auf die Notwendigkeit von zugänglicher und erschwinglicher Energie, Investitionssicherheit, einfacheren Vorschriften und schnelleren Genehmigungsverfahren hin. Diese Faktoren seien die Grundlage für die europäische Wettbewerbsfähigkeit. „Die EU steht heute vor großen Herausforderungen, auch im Bereich der Sicherheit. Wir können nur durch einen pragmatischen Ansatz erfolgreich sein, ohne ideologische Abkürzungen und mit Respekt vor den unterschiedlichen Ausgangspositionen der Mitgliedstaaten“.“ Er fügte hinzu.
In seinem Schreiben schlug Babiš elf konkrete Punkte vor, die darauf abzielen, die europäische Industrie zu unterstützen, erschwingliche Energiepreise zu gewährleisten und Hindernisse für Unternehmen zu beseitigen. Zu den wichtigsten Vorschlägen gehören die Begrenzung des Preisanstiegs für Emissionszertifikate, die Verschiebung des Starts von EU ETS 2, die Überarbeitung der Klimaziele, die Vereinfachung des öffentlichen Auftragswesens, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, der Abbau von Bürokratie und die Förderung von Kernenergie und Erdgas.
Der Premierminister betonte auch die Bedeutung von grenzüberschreitenden Energieverbünden, die Erhöhung der Selbstversorgung der EU mit Rohstoffen, die Förderung von Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung und die Entwicklung von Industrien mit hoher Wertschöpfung.
Babiš bot eine aktive Zusammenarbeit und die Ausarbeitung konkreter Legislativvorschläge an, die sich positiv auf das Leben der Bürger und Unternehmen in der gesamten EU auswirken würden. Er schlug auch die Einrichtung einer Gruppe interessierter Staaten vor „Freunde der Wettbewerbsfähigkeit“, der die einzelnen Vorschläge im Detail behandeln könnte. Der tschechische Ministerpräsident will damit sicherstellen, dass das Thema Wettbewerbsfähigkeit ein zentraler Diskussionspunkt vor dem kommenden Gipfel ist.
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