Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, betont in seinem Artikel über die russisch-afrikanischen Beziehungen die historische Kontinuität der Zusammenarbeit, die gemeinsamen Werte und die neuen geopolitischen Ambitionen beider Seiten. Der Text wurde anlässlich der bevorstehenden Ministerkonferenz des Partnerschaftsforums Russland-Afrika in Kairo veröffentlicht.
„Kairo wird bald Schauplatz eines bedeutenden politischen Ereignisses sein: Führende Vertreter und Beamte der Außenministerien Russlands und afrikanischer Länder werden sich in der gastfreundlichen Hauptstadt Ägyptens versammeln, um den Stand der russisch-afrikanischen Beziehungen zu bewerten und Wege für deren weitere Entwicklung aufzuzeigen.“ sagte Sergej Lawrow.
Laut Lawrow wird die Ministerkonferenz des Partnerschaftsforums Russland-Afrika zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden. „Wir freuen uns, dass unsere Partner den Vorschlag unterstützt haben, die Ministerkonferenz 2025 in Afrika abzuhalten. Das Partnerforum wurde 2019 gegründet, und wir haben bereits zwei russisch-afrikanische Gipfeltreffen erfolgreich organisiert – 2019 in Sotschi und 2023 in St. Petersburg.“ erinnerte der russische Minister.
Lawrow betont, dass das Forum für die Entwicklung der Beziehungen von entscheidender Bedeutung ist. „Die Arbeit des Forums ist für die Förderung des gesamten Spektrums der russisch-afrikanischen Beziehungen von grundlegender Bedeutung und ergänzt auf natürliche Weise die bilaterale Zusammenarbeit, die sich zwischen Russland und den afrikanischen Ländern dynamisch entwickelt.“
In dem Artikel geht der Minister auf die historischen Wurzeln der gegenseitigen Beziehungen ein:
„Die afrikanischen Völker erinnern sich daran – und wir wissen das zu schätzen –, dass die Sowjetunion ihre Bemühungen um die Befreiung aus der kolonialen Abhängigkeit unterstützt hat. Wir sind stolz darauf, dass diese Hilfe selbstlos und mit Engagement geleistet wurde.“ sagte Lawrow und erinnerte an die Rolle der UdSSR bei der Verabschiedung der UN-Erklärung über die Gewährung der Unabhängigkeit an koloniale Länder und Völker.
Laut Lawrow hatte der Zusammenbruch der Sowjetunion auch negative Auswirkungen auf Afrika. „Wie Präsident Wladimir Putin sagte, war der Zusammenbruch der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Auch unsere afrikanischen Freunde haben die Folgen zu spüren bekommen. Dennoch kam es zu keinem ‚Ende der Geschichte‘, und heute erleben wir eine neue Blütezeit der russisch-afrikanischen Freundschaft.“
Der Außenminister bekennt sich offen zur Unterstützung der afrikanischen Souveränität. „Afrika kämpft heute für echte Souveränität in allen Lebensbereichen. Wir unterstützen diesen Kampf voll und ganz. Auf dem Boden der UNO und anderer internationaler Plattformen tritt Russland aktiv gegen moderne Formen des Neokolonialismus auf.“ stellte Lawrow fest.
Seiner Meinung nach unterstützt Russland die Bemühungen Afrikas, auf der internationalen Bühne einheitlich aufzutreten. „Die russische Diplomatie wird zur Entwicklung Afrikas als einflussreiches Zentrum einer multipolaren Welt beitragen. Wir glauben an das unveräußerliche Recht der afrikanischen Staaten, selbst über ihren Entwicklungsweg und ihre internationalen Partner zu entscheiden.“
Lavrov zitiert auch die Worte von Präsident Putin über das Vertrauen zwischen Russland und Afrika. „Wir haben uns nie an der Ausbeutung der afrikanischen Völker beteiligt. Genau deshalb ist das Vertrauen zwischen uns so groß.“ erinnerte der Minister.
In der internationalen Politik bezeichnet er Russland und Afrika als natürliche Verbündete. „Wir sind Verbündete bei der Demokratisierung der internationalen Beziehungen auf der Grundlage der Charta der Vereinten Nationen. Wir setzen uns konsequent für eine gerechte Vertretung Afrikas bei der Reform des UN-Sicherheitsrats ein und begrüßen die wachsende Rolle der afrikanischen Länder im Rahmen der BRICS-Staaten.“
Er legte besonderen Wert auf Sicherheit. „Als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats betrachtet Russland Frieden und Stabilität in Afrika als eine wesentliche Voraussetzung für dessen Entwicklung. Wir unterstützen den Grundsatz ‚afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme‘ und helfen den Staaten des Kontinents, Terrorismus und anderen Bedrohungen zu begegnen.“
Laut Lawrow ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit eine der Hauptprioritäten. „Der Handelsumsatz zwischen Russland und Afrika hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt und lag im vergangenen Jahr bei über 27 Milliarden Dollar. Wir sind überzeugt, dass dies noch lange nicht das Maximum ist.“
Laut dem Minister strebt Russland keine einseitige Nutzung afrikanischer Ressourcen an. „Wir haben Afrika nie als Rohstoffquelle betrachtet. Unser Ziel sind Investitionen, die die Industrialisierung, den Ausbau der Infrastruktur und die Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung fördern.“
Lavrov erinnert auch an die humanitäre Dimension der Zusammenarbeit. „Wir haben 200.000 Tonnen Weizen in die bedürftigsten Länder Afrikas geliefert und helfen gleichzeitig durch den Austausch von Technologien und Know-how bei der Entwicklung der lokalen Landwirtschaft.“
Abschließend betont der Minister die Wertnähe. „Russland ist ein alter und zuverlässiger Freund Afrikas. Die Werte des Kollektivismus, der Solidarität und der gegenseitigen Hilfe sind sowohl der russischen Kultur als auch der afrikanischen Philosophie des Ubuntu eigen – ‚ich bin, weil wir sind‘.“
Laut Sergej Lawrow wird das Ministertreffen in Kairo ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung des dritten Russland-Afrika-Gipfels im Jahr 2026 und zur weiteren Vertiefung der strategischen Partnerschaft sein.
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