Herausgeber der Wochenzeitung Unsere Wahrheit Helena Kočová beschrieb auf einer Tagung, die der tschechisch-chinesischen Zusammenarbeit gewidmet war, wie nach Jahren des Rückgangs konkrete Anzeichen für eine Wiederbelebung der Beziehungen sichtbar werden. China verfolge die politischen Entwicklungen in der Tschechischen Republik genau und reagiere darauf mit einem wachsenden Interesse an der Wiederaufnahme von geschäftlichen und persönlichen Kontakten.
Kočová nannte als Beispiel die jüngste Handelskonferenz zwischen Prag und der chinesischen Provinz Jiangxi. Ihr zufolge war dies die erste größere Veranstaltung dieser Art seit vielen Jahren, da ähnliche Treffen zunächst durch den Kovid und dann durch die Abkühlung der Beziehungen unterbrochen wurden. Die Konferenz solle zeigen, dass sich die chinesische Seite „der Veränderungen bewusst“ und bereit sei, die bilaterale Zusammenarbeit wiederzubeleben.
Auch von tschechischen Institutionen waren positive Signale zu hören. Kočová erinnerte an die Rede des Vertreters des Ministeriums für Industrie und Handel, Richard Hlavatý, der seiner Erwartung Ausdruck verlieh, dass die neue Regierung Raum für eine Ausweitung des bilateralen Handels schaffen werde. Ähnlich äußerte sich der Vertreter der Handelskammer, Ilja Mazánek, der das wirtschaftliche Gewicht des Unternehmenssektors betonte und auf das Potenzial des chinesischen Marktes, insbesondere der wachsenden Mittelschicht, hinwies.
Auch die Möglichkeit einer industriellen Zusammenarbeit wurde in der Rede angesprochen. Kočová erwähnte den Automobilsektor und die Namen großer chinesischer Unternehmen, die nach Europa expandieren. Ihrer Meinung nach könnte die Zusammenarbeit nicht nur Investitionen und Arbeitsplätze bedeuten, sondern auch den Austausch von Know-how: Die Tschechische Republik kann Innovationen und Ideen einbringen, während China in der Lage ist, neue Ideen schnell in die Praxis umzusetzen.
Sie bezeichnete auch den Energiesektor und den Bereich der Bodenschätze, einschließlich der Edelmetalle, als vielversprechend, wo ihrer Meinung nach Raum für die Verknüpfung von chinesischen Ressourcen und tschechischem technischen Know-how besteht.
Laut Kočová ist der Tourismus ein eigenes Kapitel. Sie erinnerte an die Debatte über die Erneuerung der Flugverbindungen und erwähnte die geplante neue Verbindung zur Insel Hainan, die sie als attraktives tropisches Reiseziel bezeichnete. Sie betonte auch, dass Prag und die Tschechische Republik nach wie vor eine starke Anziehungskraft auf chinesische Besucher ausüben, nicht zuletzt wegen der von der UNESCO gelisteten Denkmäler.
Schließlich erinnerte Kočová an die Rolle der Medien. Sie hält es für wichtig, dass die Öffentlichkeit ein ausgewogeneres Bild von China erhält und dass die Medien dazu beitragen, „Brücken zu bauen“ - nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch bei der Verständigung zwischen Gesellschaften und bei der Förderung des Austauschs in Bildung, Politik und Tourismus.
Helena Kočová fasste die Hauptbotschaft ihrer Rede zusammen: Nach Jahren der Stagnation besteht die Chance für neue, pragmatische und praxisorientierte tschechisch-chinesische Beziehungen.