WASHINGTON – Kurz vor Jahresende hat die US-Regierung ein Sonderangebot für Migranten vorgelegt, die sich ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in den Vereinigten Staaten aufhalten. Wenn sie sich bis zum 31. Dezember zur freiwilligen Ausreise aus dem Land melden, erhalten sie nicht nur ein kostenloses Flugticket in ihr Herkunftsland, sondern auch eine finanzielle Prämie in Höhe von 3000 Dollar, also etwa 62 000 Kronen. Über diese Maßnahme berichtete die Agentur DPA unter Berufung auf das US-Ministerium für innere Sicherheit (DHS).
Laut einer offiziellen Erklärung des DHS handelt es sich um ein befristetes Programm namens „Holiday Stipend“, also Weihnachtsgeld, dessen Ziel es ist, Migranten zur sogenannten Selbstausweisung zu motivieren. Interessierte müssen sich über die mobile App CBP Home registrieren, die vom US-Zoll- und Grenzschutzdienst verwaltet wird. Nach Bestätigung der tatsächlichen Ausreise aus den Vereinigten Staaten stellt die Regierung ihnen ein Flugticket zur Verfügung und zahlt den versprochenen Betrag aus.
Die Agentur Reuters weist darauf hin, dass die Regierung mit diesem Schritt die bisherigen Anreize deutlich erhöht hat. Noch im Frühjahr dieses Jahres bot sie Migranten für ihre freiwillige Ausreise lediglich 1000 Dollar an. Die Verdreifachung soll laut Ministerium das Interesse an dem Programm insbesondere während der Weihnachtszeit steigern. Das DHS behauptet gleichzeitig, dass freiwillige Ausreisen für den Staat deutlich günstiger sind als Zwangsabschiebungen, die nach Schätzungen der Regierung die Steuerzahler Zehntausende Dollar pro Person kosten.
Minister für Innere Sicherheit Kristi Noem bezeichnete das Angebot als „die letzte Chance, in Würde und ohne weitere Sanktionen zu gehen“. Wie der Server Financial Express zitierte, könnten Migranten, die sich entscheiden zu bleiben und das Programm nicht in Anspruch zu nehmen, im nächsten Jahr mit härteren Maßnahmen konfrontiert werden, darunter Festnahme, Zwangsabschiebung und ein langfristiges Einreiseverbot für die USA. Nach Angaben der Regierung soll die freiwillige Ausreise hingegen die Chancen auf eine mögliche legale Rückkehr in der Zukunft verbessern, auch wenn die konkreten Bedingungen noch nicht ganz klar sind.
Der Server Axios erinnert daran, dass die Anwendung CBP Home aus der ursprünglichen Plattform CBP One hervorgegangen ist, die von der vorherigen Regierung zur Registrierung von Migranten verwendet wurde, die um legale Einreise oder Asyl beantragten. Nun hat sich ihre Rolle grundlegend geändert und sie dient in erster Linie der Überwachung und Erfassung freiwilliger Ausreisen. Gerade diese Digitalisierung soll laut DHS den gesamten Prozess vereinfachen und den Verwaltungsaufwand reduzieren.
Das Programm stößt jedoch auch auf Kritik. Einige Medien, darunter auch die investigative Website The Daily Beast, weisen auf Fälle aus der Vergangenheit hin, in denen Migranten auf bürokratische Probleme stießen und das versprochene Geld oder die Flugtickets nicht in voller Höhe oder gar nicht erhielten. Nichtregierungsorganisationen warnen zudem, dass finanzielle Anreize in Verbindung mit der Androhung von Repressionen auf die Menschen wie eine Form von Zwang wirken können und nicht wie eine wirklich freiwillige Entscheidung.
Trotz Kritik beharrt die Regierung darauf, dass dies eine humanere und wirtschaftlich vorteilhaftere Alternative zu Massenabschiebungen sei. Wie Reuters zusammenfasst, soll die Weihnachtsprämie in Höhe von 3.000 Dollar ein klares Signal dafür sein, dass die Vereinigten Staaten die Zahl der illegal aufhältigen Personen schnell und ohne Gewaltanwendung reduzieren wollen. Ob das Angebot tatsächlich zu einem deutlichen Anstieg der freiwilligen Ausreisen führen wird, werden die Daten zu Beginn des nächsten Jahres zeigen.
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