Laut Informationen der Tageszeitung Financial Times hat die Ukraine den Vereinigten Staaten einen Friedensplan vorgelegt, der auch das Ziel beinhaltet, bereits am 1. Januar 2027 der Europäischen Union beizutreten. Dies ist einer der ehrgeizigsten Zeitpläne in der Geschichte der europäischen Erweiterung, und laut den von der Financial Times zitierten Quellen wäre es notwendig, die Standard-Beitrittsverfahren der Union grundlegend zu ändern, um dieses Ziel zu erreichen.
Der Beitritt zur EU dauert in der Regel mehr als zehn Jahre und ist mit einer kontinuierlichen Angleichung der Rechtsvorschriften des Beitrittskandidaten an das EU-Recht verbunden. Der Prozess umfasst Dutzende von technischen Kapiteln, Justizreformen, Veränderungen im Bereich der Demokratie, Korruptionsbekämpfung und Wirtschaftsregeln. Die Financial Times weist darauf hin, dass der Vorschlag Kiews diese Schritte erheblich beschleunigen und möglicherweise teilweise die traditionellen Mechanismen der EU umgehen würde.
Ungarisches Veto blockiert formelle Aufnahme der Verhandlungen
Eines der Hauptprobleme ist nach wie vor das Veto Ungarns unter Premierminister Viktor Orbán. Ungarn verhindert die Aufnahme formeller Beitrittsgespräche, die von allen Mitgliedstaaten einstimmig genehmigt werden müssen. Die Nachrichtenagentur AP erinnert daran, dass Orbán seit langem die Eröffnung von Beitrittskapiteln während des laufenden Krieges ablehnt und seine Schritte mit Sicherheits- und politischen Risiken begründet.
Euronews berichtete im November, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Haltung Ungarns als eine Entscheidung bezeichnet habe, die faktisch Russland helfe, da sie die Integration der Ukraine verlangsame und ihren Fortschritt in Richtung europäischer Strukturen blockiere. Einige EU-Mitgliedstaaten teilen die Ansicht, dass Ungarn sein Veto als politisches Instrument außerhalb des eigentlichen Beitrittsprozesses einsetzt.
Technischer Vorgang trotz Blockierung
Um den Prozess nicht zu stoppen, haben sich die EU und die Ukraine auf einen gemeinsamen Zehn-Punkte-Aktionsplan geeinigt, der es ermöglicht, die Reformen auch ohne die formelle Eröffnung der Beitrittskapitel fortzusetzen. Euronews berichtete, dass der Plan die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, die Reform der Justiz, die Verbesserung der Korruptionsbekämpfung und weitere strukturelle Veränderungen umfasst, die Voraussetzung für die Mitgliedschaft sind.
Laut Aussagen von Vertretern der Europäischen Kommission hat die Ukraine bereits mehrere wichtige Anforderungen fast erfüllt. Die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kosová, erklärte, dass die Integration der Ukraine für die EU eine strategische Angelegenheit sei, wies jedoch darauf hin, dass die endgültige Entscheidung über den Beitritt einstimmig von den Mitgliedstaaten getroffen werden müsse.
Ausblick auf die Zukunft
Laut der Tageszeitung The Guardian bleibt das Jahr 2027 ein äußerst ehrgeiziges und politisch kompliziertes Ziel. Ohne die Aufhebung des ungarischen Vetos wird es nicht möglich sein, die Verhandlungen überhaupt zu eröffnen. Dennoch bezeichnen viele europäische Staats- und Regierungschefs die Mitgliedschaft der Ukraine als entscheidend für die zukünftige Sicherheit Europas und unterstützen den weiteren technischen Fortschritt.
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