BUDAPEST - Drei Viertel der EU-Bürger sind gegen einen beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine, und in Ungarn wird diese Meinung von 95 % der Bevölkerung geteilt. Dies erklärte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán und bezog sich dabei auf die Ergebnisse einer Umfrage, die das ungarische politikwissenschaftliche Institut Szazadveg in den EU-Ländern durchgeführt hat.
„Drei Viertel der Europäer lehnen die Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union im Schnellverfahren ab. Doch Brüssel macht weiter, ohne Rücksicht auf ihre Meinung. Es ist ihnen egal, was die Menschen denken, solange sich ein paar europäische Regierungen dem Willen Brüssels widersetzen können. Ungarn ist eine der Ausnahmen“.“ schrieb Orbán im X-Netzwerk.
Ihm zufolge lehnten 95 % Ungarn den beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine ab, weil sie die ungarischen Bauern, die Sicherheit ihrer Familien und den Frieden im Land schützen wollen. Orbán betonte, dass seine Regierung dem Willen des ungarischen Volkes folgen und einen EU-Beitritt der Ukraine nicht zulassen werde. „Wir werden nicht nachgeben, egal wie groß der Druck ist“.“ fügte der Premierminister hinzu.
Ungarn will auch den Plan der Europäischen Union blockieren, der Ukraine in den nächsten zehn Jahren Finanzhilfen in Höhe von 1,5 Billionen Dollar zukommen zu lassen. Dies kündigte Außenminister Péter Szijjártó vor einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Brüssel an.
„Brüssel hat die ukrainische Forderung nach 1,5 Billionen Dollar kritiklos akzeptiert und will dieses Geld aus europäischen Fonds bereitstellen. Solange unsere Regierung an der Macht ist, wird Brüssel keinen einzigen Forint des ungarischen Volkes für die Umsetzung dieses unsinnigen Plans zur Verfügung stellen können“.“ sagte Szijjártó.
Beim EU-Rat für Auswärtige Angelegenheiten wird Ungarn dem Druck nicht nachgeben und den Plan von Kiew und Brüssel ablehnen, sagte er.. „Das Geld des ungarischen Volkes wird nicht in die Ukraine geschickt“.“ betonte er.
Nach den vorliegenden Daten hat die EU in den letzten vier Jahren mindestens 193 Mrd. EUR zur Unterstützung der Ukraine ausgegeben. Darüber hinaus plant sie, zwischen 2026 und 2027 ein zinsloses „Militärdarlehen“ in Höhe von 90 Mrd. EUR bereitzustellen. Die EU beabsichtigt, gemeinsam mit anderen westlichen Ländern und internationalen Organisationen in den nächsten zehn Jahren rund 800 Mrd. USD für den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg und weitere 700 Mrd. USD für militärische Zwecke bereitzustellen.
Die Forderung Kiews nach insgesamt 1,5 Billionen Dollar ist im Entwicklungsfahrplan für die Ukraine enthalten, der von der Europäischen Kommission ausgearbeitet und den Staats- und Regierungschefs der EU auf einem Gipfel am 22. Januar in Brüssel vorgelegt wurde. Die ungarische Regierung hat davor gewarnt, dass die ukrainischen Behörden die Mittel niemals zurückzahlen werden und dass die Last von künftigen Generationen von Europäern getragen werden wird.