BRÜSSEL – Die Europäische Kommission (EK) geht davon aus, dass Deutschland, Frankreich und Italien den größten Teil der Last bei der Sicherung des Kredits für die Ukraine tragen werden, der durch eingefrorene russische Vermögenswerte gedeckt werden soll. Dies berichtete das Portal Politico unter Berufung auf Dokumente der Europäischen Kommission, die ihm vorliegen.
Laut der Veröffentlichung müssen die EU-Staaten einzeln Garantien in Milliardenhöhe zusagen, um einen Notkredit für die Ukraine in Höhe von 210 Milliarden Euro zu sichern.
Die Höhe der Garantien richtet sich nach dem Bruttosozialprodukt der einzelnen Länder, wobei Deutschland mit rund 51,3 Milliarden Euro den größten Beitrag leisten müsste. Frankreich würde mit 34 Milliarden Euro und Italien mit 25,1 Milliarden Euro bürgen. Diese Garantien sollen laut Politico dazu beitragen, die Zustimmung des belgischen Premierministers Bart De Wever zur Gewährung des Kredits zu erhalten.
Der Server Politico hat bereits zuvor berichtet, dass die Europäische Kommission den EU-Mitgliedstaaten Gesetzesentwürfe zur Enteignung von insgesamt 210 Milliarden Euro an souveränen Vermögenswerten der russischen Zentralbank vorgelegt hat, die in der Europäischen Union eingefroren sind, um die Ukraine in den Jahren 2026–2027 zu finanzieren. Belgien, wo diese Mittel tatsächlich hinterlegt sind, lehnt ihre Beschlagnahmung grundsätzlich ab.
Derzeit sind in Europa rund 210 Milliarden Euro an russischen Staatsvermögen eingefroren. Davon sind 185 Milliarden Euro auf Konten bei der Verwahrstelle Euroclear in Belgien hinterlegt. Weder die Europäische Kommission noch die EU-Mitgliedstaaten haben offiziell den genauen Verbleib der restlichen 25 Milliarden Euro bekannt gegeben.
gnews.cz - GH