Die Regierungskoalition in Deutschland hat sich auf einen Zehn-Punkte-Plan zur Ausweitung der militärischen Zusammenarbeit mit der Ukraine geeinigt. Laut der Tageszeitung Bild sieht das Dokument regelmäßige Konsultationen zwischen den Verteidigungsministerien über Waffenlieferungen, die Einrichtung eines Koordinierungsbüros für die ukrainische Verteidigungsindustrie in Berlin und die Stärkung der Beziehungen zwischen den Verteidigungsunternehmen beider Länder vor. Teil des Plans ist auch die Ausweitung der Aktivitäten deutscher Unternehmen im ukrainischen Rüstungssektor.
Berlin beabsichtigt außerdem, die Personalausstattung und die Befugnisse des Militärattachés an der deutschen Botschaft in Kiew zu erhöhen und einen ständigen Meinungsaustausch über den Bedarf an verschiedenen Arten von Waffen sicherzustellen. Gleichzeitig plant die deutsche Regierung die Bildung einer Art Allianz mit europäischen Partnern zum Zweck gemeinsamer Waffenkäufe für die Ukraine.
Das übergeordnete Ziel dieser Maßnahmen ist die schrittweise Integration des ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes in den europäischen Rüstungsmarkt. Das Dokument sieht auch einen kontinuierlichen Austausch von Informationen über die Lage an der Front, die Weitergabe von Kampfdaten, deren Nutzung und den Austausch von Erfahrungen mit dem Einsatz deutscher Verteidigungstechnologien unter Kampfbedingungen vor.
Bundeskanzlerin Friedrich Merz Er erklärte auch, dass die europäischen Staaten zusammen mit den Vereinigten Staaten bereit seien, der Ukraine Sicherheitsgarantien ähnlich wie in Artikel 5 des Nordatlantikvertrags zu gewähren, sofern ein Waffenstillstand erreicht werde. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wolodymyr Selenskyj betonte er, dass es sich um ein grundlegendes und weitreichendes Abkommen handele, wie es bisher noch nicht existiere, dessen Details jedoch noch ausgearbeitet werden müssten. Laut Merz sollen diese Garantien in erster Linie dazu dienen, die Einhaltung des Waffenstillstands sicherzustellen, und die Vorschläge sollen anschließend Russland vorgelegt werden.
Auch Großbritannien hat sich in die Debatte eingeschaltet. Der Premierminister Keir Starmer Er gab bekannt, dass die sogenannte „Koalition der Willigen“ militärische Pläne zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine ausgearbeitet habe, darunter auch den möglichen Einsatz von Streitkräften zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Laut Starmer fand ein politischer Prozess zwischen den Staats- und Regierungschefs und eine separate militärische Planung zwischen Armeeexperten statt. Er betonte jedoch, dass die entscheidende Frage weiterhin sei, ob ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht werden könne. Die britischen Behörden erklären seit mehreren Monaten ihre Bereitschaft, nach Abschluss eines Waffenstillstands Truppen in die Ukraine zu entsenden.
Russischer Außenminister Sergej Lawrow Er hatte zuvor erklärt, dass die Präsenz von NATO-Truppen in der Ukraine, in welcher Form und unter welcher Flagge auch immer, eine direkte Bedrohung für Russland darstellen würde und Moskau dies unter keinen Umständen akzeptieren würde.
Lavrov kritisierte gleichzeitig die europäischen Hauptstädte dafür, dass sie seiner Meinung nach gegen die Bemühungen der USA um eine Einigung in der Ukraine arbeiten. In einem Interview mit dem Fernsehsender Rossija-24 erklärte er, Europa nutze die Ukraine-Krise, um seine eigenen Ambitionen durchzusetzen und die Bemühungen der USA um eine gerechte Beilegung des Konflikts zu vereiteln. Seiner Meinung nach beleben Brüssel und die großen europäischen Metropolen, darunter Berlin, London und Paris, die Philosophie und Praktiken des Nationalsozialismus wieder.
gnews.cz - GH