Die Regierung der Tschechischen Republik unter Premierminister Andrej Babiš hat ihre erste ordentliche Sitzung hinter sich, in der sie eine Reihe politisch bedeutender Entscheidungen getroffen hat. Das Kabinett, das sich aus Vertretern der Parteien ANO, SPD und Motoristé zusammensetzt, hat deutlich gemacht, in welche Richtung es in den kommenden Monaten gehen will, sowohl in der Europapolitik als auch in Fragen der Energie, Migration und des Wohnungswesens.
Einer der Hauptpunkte der Verhandlungen war die Ablehnung des Emissionshandelssystems ETS 2. Die Regierung sprach sich gegen dessen Einführung in das tschechische Rechtssystem aus, da dies ihrer Meinung nach zu einer erheblichen Verteuerung von Energie und Transport für Haushalte und Unternehmen führen würde.
Premierminister Andrej Babiš erklärte, dass die Regierung innerhalb der Europäischen Union aktiv um Unterstützung für die Abschaffung dieses Systems oder zumindest für eine deutliche Einschränkung seiner Auswirkungen werben werde. Nach Berechnungen der Regierung könnten die Kosten für die Bürger bei höheren Preisen für Emissionszertifikate in den kommenden Jahren bis zu Hunderten von Milliarden Kronen erreichen.
Eine weitere wichtige Entscheidung war die Übertragung aller Zahlungen für geförderte Energiequellen auf den Staat. Im Jahr 2026 werden somit weder Haushalte noch Unternehmen diese Gebühren in ihren Stromrechnungen bezahlen. Laut dem Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, soll diese Maßnahme zu einer Senkung des regulierten Anteils des Strompreises für Haushalte um mehr als fünfzehn Prozent führen, bei Großabnehmern sogar noch deutlicher. Der Staatshaushalt wird dadurch mit über vierzig Milliarden Kronen belastet.
Das Kabinett hat sich ebenfalls eindeutig gegen den Migrationspakt der EU ausgesprochen. In einer Resolution erklärte die Regierung ihre Ablehnung von Migrationsquoten und ihre Unterstützung einer Null-Toleranz-Politik gegenüber illegaler Migration. Der Innenminister soll einen neuen Rechtsrahmen ausarbeiten, und Tschechien wird sich laut Regierung nicht an den Umverteilungsprogrammen der EU beteiligen.
Eine bedeutende Änderung wird auch das neue Baugesetz mit sich bringen, das von der Regierung unterstützt wurde. Es führt eine zentrale Bauverwaltung, das Prinzip eines einzigen Verfahrens und eines einzigen Stempels ein und soll die Baugenehmigungen deutlich beschleunigen. Der Bau von Mehrfamilienhäusern soll künftig als im öffentlichen Interesse liegend gelten, was zur Lösung des Wohnungsmangels und der hohen Immobilienpreise beitragen soll.
Die Regierung hat sich außerdem darauf geeinigt, das Einfrieren der Politikergehälter bis 2030 zu unterstützen, und ihre Bereitschaft erklärt, den Anstieg der Sozialabgaben für Selbstständige zu stoppen. Die ersten Verhandlungen haben somit deutlich gezeigt, dass die neue Regierung auf drastische Maßnahmen setzen will, die sich sowohl auf die Geldbörsen der Bürger als auch auf die Beziehungen der Tschechischen Republik zur Europäischen Union auswirken werden.
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