BEIRUT – Feuerwehrleute, Einwohner und Umweltorganisationen im südlichen Libanon werfen der israelischen Armee vor, absichtlich großflächige Brände zu verursachen, die in den letzten Wochen Wälder, Olivenhaine und landwirtschaftliche Flächen in der Nähe der israelisch-libanesischen Grenze heimgesucht haben. Laut Zeugenaussagen sollen Drohnen, Leuchtgeschosse und andere entzündbare Materialien zum Anzünden der Vegetation verwendet werden. Israel weist diese Vorwürfe zurück und behauptet, seine militärischen Operationen seien auf die Sicherheit und die Bedrohung durch Hisbollah ausgerichtet.
Laut lokalen Feuerwehrleuten ist die Situation äußerst schwierig. Hussein Fakih, Leiter der Zivilverteidigung in der Region Nabatieh, sagte, dass das Löschen von Bränden in letzter Zeit zu einer der Hauptaufgaben der Rettungskräfte geworden sei. Schätzungen zufolge waren in einigen Gebieten nahe der Frontlinie etwa 30 bis 40 Prozent des Geländes von Bränden betroffen. Die Feuerwehrteams weisen darauf hin, dass ihre Arbeit durch die anhaltende militärische Aktivität erschwert wird. In einigen Fällen mussten sie angeblich aus den brennenden Gebieten zurückgezogen werden, nachdem israelische Drohnen in der Nähe aufgetaucht waren oder weitere Angriffe stattfanden.
Ähnliche Vorfälle sind im südlichen Libanon nicht neu. Im Juli 2025 berichteten beispielsweise libanesische Medien über Brände, die durch den Abwurf von Brandgeschosse aus israelischen Drohnen entstanden sein sollen. Damals waren Waldgebiete bei Yateru und Hamoulu betroffen. Die libanesische Armee hat in der Vergangenheit auch Informationen über Geräte veröffentlicht, die ihrer Meinung nach dazu dienten, brennbare Stoffe vom israelischen Territorium in den südlichen Libanon zu transportieren. Im Januar 2024 gaben die libanesischen Streitkräfte gemeinsam mit Einheiten von UNIFIL die Entdeckung von fünf Schläuchen bekannt, die vom von Israel kontrollierten Gebiet in Richtung der libanesischen Gebiete Labbouneh und Aita al-Shaab führten. Das Militär gab an, dass sie zum Pumpen brennbarer Materialien bestimmt waren.
Libanesische Armee
Umweltorganisationen bezeichnen die aktuellen Brände als Teil einer umfassenderen Zerstörung der Umwelt. Sie weisen auf langfristige Folgen für Waldökosysteme, biologische Vielfalt, Böden und Landwirtschaft hin. Besonders betroffen sind Olivenhaine, die eine wichtige Einkommensquelle für die lokale Bevölkerung darstellen. Der libanesische Nationale Forschungsrat hatte bereits in der Vergangenheit umfangreiche Schäden an Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen infolge israelischer Militäroperationen dokumentiert. Die Frage, ob die aktuellen Brände absichtlich als Teil einer militärischen Strategie gelegt wurden, ist jedoch weiterhin umstritten. Die verfügbaren Zeugenaussagen und Dokumente stützen die Behauptungen der libanesischen Seite über die wiederholte Verwendung von Brandmitteln, während die Absicht und der Umfang einer möglichen koordinierten Strategie eine unabhängige Überprüfung erfordern.
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