Bei diesem Namen kann es sich nicht um einen bloßen Zufall handeln. Valéria Jíchová vertritt Tschechien bei der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen unter 18 Jahren. Und tatsächlich handelt es sich um die Tochter des legendären Filip Jícha. Der Weg zu dem Sport, in dem ihr Vater zu den besten Spielern der Welt zählte, war allerdings ziemlich kompliziert. „Früher lag mir das nicht, ich konnte nicht einmal einen Ball werfen. Ich betreibe Handball im Wettkampf erst seit dreieinhalb Jahren, aber schon nach wenigen Trainingseinheiten habe ich gemerkt, dass es mir großen Spaß macht", verriet sie gegenüber Sport.cz.

Valéria Jíchová, Tochter des legendären Filip Jícha, vertritt Tschechien bei der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen unter 18 Jahren.

Sie wurde im Sommer 2009 geboren, ein Jahr bevor Jícha seine beste Saison erlebte, in der er zum besten Spieler der Welt gekürt wurde. Valéria hat jedoch kaum Erinnerungen an die aktive Karriere ihres Vaters, der zweifache Champions-League-Sieger war. „Früher hat mir Handball nicht viel bedeutet. Ich bin zu seinen Spielen hauptsächlich gegangen, um Bilder zu malen und mich danach auf gutes Essen zu freuen. Aber ich erinnere mich, dass die Leute ihn mochten", lächelte sie.

Während ihr drei Jahre jüngerer Bruder Vincenc sofort für diesen Sport entbrannte, widersetzte sich Valéria lange, worüber Jícha selbst berichtete. „Am Anfang mochte sie Handball überhaupt nicht. Als ich noch professionell spielte, hatte sie das Gefühl, dass ihr Handball den Papa wegnimmt", sagte er in einem Interview auf der Website des Internationalen Handballverbands IHF.

Die junge Valéria spielte Basketball und tanzte viele Jahre lang. „Eines Tages spielten wir aber im Garten, wo wir ein Tor für unseren Sohn hatten. Und sie sagte plötzlich: ‚Ich möchte auch werfen.' Ich antwortete ihr: ‚Na gut, dann versuch es.' Und von dem Moment an hat sie nicht mehr aufgehört", erinnerte sich Jícha, der nach dem Ende seiner Karriere im Jahr 2018 ins Trainergeschäft wechselte und Kiel in seiner neuen Rolle erneut an die Spitze der Champions League führte.

Seine Tochter erkannte schnell, dass sie das Talent ihres Vaters in den Genen trägt. Und vor allem legte sie eine große Portion Fleiß an den Tag, um ihre Altersgenossinnen aufzuholen. „Sie weiß, dass sie später angefangen hat als andere, aber sie ist unglaublich fleißig und wirklich für Handball begeistert. Ich habe sie nie unter Druck gesetzt. Ich bin nur ein unterstützender Elternteil. Umso größer ist meine Freude darüber, dass sie ihren eigenen Weg zum Handball gefunden und ihn aus eigenem Antrieb lieben gelernt hat. Es ist nicht mehr nur mein Sport, sondern auch ihrer. Und das ist für unsere Familie wunderbar", freute sich Jícha.

Valéria spielt zudem auf derselben Position als linke Außen. „Papa gibt mir manchmal einen Rat, aber nur wenn ich ihn danach frage. Ansonsten spiele ich meinen Handball und er hat seinen gespielt", bemerkte sie.

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Handballerin Valéria Jíchová beim Training der tschechischen Juniorinnen.

In kurzer Zeit hat sie sich in die Nationalmannschaft gespielt. Theoretisch hätte auch Interesse der deutschen Nationalmannschaft kommen können, da sie seit ihrer Geburt in Deutschland lebt. „Darüber habe ich auch nachgedacht, aber als ich die erste Einladung vom tschechischen Nationalteam bekam, zögerte ich nicht. Ich wollte vor allem Handball spielen, also bin ich sehr dankbar, dass ich hier sein kann", erzählte sie. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Rumänien konnte sie sich sowohl beim hohen 42:16-Sieg über Mexiko als auch bei der knappen 23:24-Niederlage gegen Südkorea in Szene setzen. „Mein erstes Nationalmannschaftserlebnis genieße ich sehr.

Es ist eine völlig neue Erfahrung für mich und alles ist hier etwas anders als das, woran ich gewöhnt war. Ich freue mich auf weitere Spiele", schwärmte die Spielerin des deutschen Vereins Handewitt. Um unter die besten sechzehn Mannschaften einzuziehen, müssen die Tschechinnen heute ab 17:30 Uhr das favorisierte Dänemark besiegen. Und den Nationalspielerinnen wird Jícha aus erster Hand direkt vor Ort die Daumen drücken. „Meine Tochter zuzuschauen ist ziemlich emotional, ich wünsche dem gesamten Team nur das Beste", ließ der 44-jährige gebürtige Pilsener aus dem rumänischen Craiova ausrichten.

sport.cz / gnews.cz