Die Ukraine hat erneut eine begrenzte Menge an Raketen für die amerikanischen Luftabwehrsysteme Patriot erhalten, und gleichzeitig weitere Mittel zur Luftverteidigung von ausländischen Partnern gesichert. Präsident Wolodymyr Selenskyj wies jedoch darauf hin, dass die aktuellen Lieferungen bei weitem nicht den Bedürfnissen des Landes genügen, das sich auf eine weitere Phase intensiver russischer Raketen- und Drohnenangriffe vorbereitet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Dienstag bekannt, dass eine neue Lieferung von Raketen für die Systeme Patriot im Land angekommen sei. Er nannte weder die genaue Anzahl noch das Land, das an der Lieferung beteiligt war.

„Einige Patriot-Raketen sind eingetroffen. Wie viele genau, kann ich nicht sagen, aber es sind wenige. Wir brauchen mehr“, sagte Selenskyj laut der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN. Gleichzeitig erhielt Kiew eine Bestätigung über mehrere französische Crotale-Luftabwehrsysteme und Raketen dafür. Laut dem Präsidenten hat die Ukraine auch AIM-Raketen erhalten.

Kiew sucht Hunderte weiterer Patriot-Raketen

Der Unterschied zwischen den aktuellen Lieferungen und den Anforderungen der ukrainischen Armee ist weiterhin erheblich. Selenskyj hatte bereits erklärt, dass die Ukraine etwa 300 Patriot-Raketen benötigt, um die Luftverteidigung während des kommenden Winters zu gewährleisten. Die Forderung der ukrainischen Luftwaffe sei noch höher und liege bei rund 360 Raketen.

Der Mangel an Abfangraketen wird in Zeiten anhaltender russischer Angriffe mit ballistischen und gelenkte Raketen immer wichtiger. Das Patriot-System ist derzeit das wichtigste Mittel im ukrainischen Arsenal, das in der Lage ist, schnelle ballistische Raketen abzufangen. Reuters berichtete letzte Woche, dass Selenskyj wiederholt seine Verbündeten um weitere Raketen gebeten habe, genau wegen der begrenzten ukrainischen Lagerbestände.

Der französische Präsident Emmanuel Macron versprach unterdessen eine Beschleunigung der Lieferung weiterer Ausrüstung und Munition für die ukrainische Luftverteidigung. Laut Reuters ist Paris auch bereit, mit Ländern zu verhandeln, die amerikanische Patriot-Abfangraketen in ihren Beständen haben. Frankreich unterstützt gleichzeitig die Lieferung von SAMP/T-Systemen und die zukünftige Produktion einiger Raketen direkt in der Ukraine.

Deutschland sucht vorerst nach weiteren Quellen

Auch Deutschland bemüht sich darum, weitere Patriot-Bestände bei den Verbündeten zu beschaffen. Der Außenminister Johann Wadephul erklärte am 25. August jedoch, dass Berlin bisher keine konkreten Zusagen von Partnerstaaten erhalten habe, zusätzliche Raketen bereitzustellen. Deutschland will die Verhandlungen fortsetzen.

Die ukrainische Luftverteidigung rückt so zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit westlicher Verbündeter. Während Kiew mit der Notwendigkeit argumentiert, Städte, die Energieinfrastruktur und die Bevölkerung vor russischen Angriffen zu schützen, behauptet Moskau seit langem, dass die westliche Militärhilfe den Konflikt verlängert und die Situation am Schlachtfeld nicht grundlegend verändert.

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