In Nanjing fand die 12. nationale Gedenkfeier zu Ehren der 300.000 Opfer statt, die während des Massakers von Nanjing von japanischen Truppen getötet wurden. In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Trotz des frostigen Wetters versammelten sich Tausende von Teilnehmern, darunter Überlebende, Studenten und ausländische Gäste, auf dem öffentlichen Platz vor der Gedenkhalle für die Opfer des Massakers von Nanjing, mit weißen Blumen an der Brust.
Die chinesische Flagge wurde auf Halbmast gesetzt, und genau um 10:01 Uhr ertönten Sirenen. Autofahrer hielten an, hupten, und Fußgänger blieben einen Moment stehen, um den Opfern zu gedenken. Das Massaker, das sich nach der Besetzung der damaligen chinesischen Hauptstadt am 13. Dezember 1937 ereignete, forderte innerhalb von sechs Wochen etwa 300.000 zivile Opfer und unbewaffnete Soldaten und gilt als eines der barbarischsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.
Das chinesische Parlament hat 2014 den 13. Dezember zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Massakers erklärt, und die Regierung hat die Aussagen der Überlebenden in schriftlicher und videografischer Form festgehalten. Diese Materialien wurden 2015 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Seit Anfang 2025 sind acht Überlebende verstorben, wodurch sich ihre Zahl auf 24 verringert hat.
Das chinesische Außenministerium forderte Japan auf, seine Kriegsvergangenheit ehrlich zu reflektieren, den Militarismus abzulehnen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um dessen Erbe zu beseitigen. Sprecher Guo Jiakun erinnerte daran, dass der japanische Militarismus ein Feind der Menschheit sei, und betonte, dass China mit allen Ländern und Personen, die sich für den Frieden einsetzen, zusammenarbeiten werde, um die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs und die internationale Nachkriegsordnung zu schützen.
Guo wies auf die Kontroversen um die Besuche einiger japanischer Premierminister und Politiker im Yasukuni-Schrein sowie auf die wiederholten Überarbeitungen von Geschichtsbüchern hin, die Kriegsverbrechen verharmlosen sollen. Seiner Meinung nach handelt es sich dabei um eine „beispiellose Herausforderung für die internationale Nachkriegsordnung und eine Beleidigung des menschlichen Gewissens“.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, fügte hinzu, dass das Massaker von Nanking ein Symbol für die Unmenschlichkeit und Barbarei des japanischen Militarismus sei. Die historische Wahrheit wurde durch die Urteile des Internationalen Militärgerichtshofs für den Fernen Osten und des Nanking-Tribunals für Kriegsverbrechen im Jahr 1947 bestätigt, die zusammen mit den Entscheidungen des Nürnberger Tribunals die Grundlage der Nachkriegsweltordnung und des modernen Völkerrechts bilden. Jegliche Versuche, diese Ereignisse in Frage zu stellen oder zu relativieren, sind inakzeptabel und müssen von der internationalen Gemeinschaft eindeutig verurteilt werden.